Wir sind hier in der Nähe von Berlin bei einem unserer tollsten Einfamilienhaus-Projekte. Die Herausforderung war klar: Ein Ost-West-Satteldach und wir wollten einfach so viele Module wie möglich draufpacken. Wie wir das geschafft haben und warum die komplette Sigenergy-Technik auf Keller und Geräteschuppen aufgeteilt wurde, zeige ich euch hier.

Zentimetergenaue Planung für 48 Module
Wie fangen wir so etwas an? Wie immer erstmal mit einer 3D-Vermessung des Daches mit unserer Drohnen-Technologie. So haben wir wirklich ein zentimetergenaues Modell des Hauses. Dann kann man sich genau überlegen, wie man die Modulanordnung so macht, dass man den Platz maximal ausnutzt. Auf der Rückseite mussten wir noch Schornstein und Dachfenster beachten.
Das Ergebnis: Wir haben in Summe unglaubliche 48 Module untergebracht!
Als Unterkonstruktion setzen wir hier wie immer auf Novotegra. Bei dem hier verbauten Ton-Flachziegel hat das den riesigen Vorteil, dass wir durch die dünnen Edelstahlhaken nur relativ wenig ausflexen müssen. Das verbessert die Stabilität des Daches deutlich und lässt sich auch einfach viel besser auflegen.
Auf Kundenwunsch haben wir hier übrigens keine Standard-Module verbaut, sondern spezielle Viessmann-Module im Nadelstreifen-Look. Die sind nicht komplett nachtschwarz, sehen aber extrem schick aus. In Summe kommen wir damit auf fast 20 kWp Leistung – für ein Einfamilienhaus ist das schon eine echte Ansage.
Sigenergy: Speicher und DC Charger im Geräteschuppen
Kommen wir zur Technik: Hier setzen wir ganz auf Sigenergy, unseren absoluten Innovationsfavoriten. Wir haben 16 kWh Batteriekapazität, den großen 17 kW Energy Controller und das Ganze in Verbindung mit dem Gateway. Das Gateway ist wichtig für die Notstromfunktion und der absolute Enabler für das bidirektionale Laden.
Die große Besonderheit in diesem Projekt: Wir haben die AC-Technik, also das Gateway, im Keller in der Nähe des Zählerschranks untergebracht. Die DC-Technik – also der Sigenstor Batteriespeicher, der DC Charger und der Energy Controller – steht draußen im Geräteschuppen beim Carport.
Warum machen wir das? Ganz einfach: Wir haben den DC Charger direkt in der Nähe vom Parkplatz. Praktischerweise gab es schon Leerrohre vom Dach ins Gerätehaus, und von dort sind wir mit einer 10-Quadrat-Leitung und einem Netzwerkkabel in den Keller gegangen.
Perfekt für Überschuss- und bidirektionales Laden
Draußen im Geräteschuppen haben wir fast die absolute Maximalkonfiguration: Zwei Batterie-Blöcke à 8 kWh, der DC Charger dazwischen und oben der 17 kW Energy Controller. Wir brauchen hier für die fast 20 kWp Leistung wirklich vier Strings.
Der riesige Vorteil an diesem Aufbau: Ihr spart euch den Platz im Keller und habt die Nähe zum Parkplatz. Gerade beim bidirektionalen Laden, wo das Auto oft über längere Zeit angesteckt bleibt, ist das Gold wert. Das Ladekabel kommt einfach durch die Holzwand des Geräteschuppens. Mit dem 10-Meter-Kabel seid ihr komplett flexibel und könnt beide Parkplätze vor Ort nutzen. Für mich ist das fast die beste Lösung, wie man so ein System aufbauen kann.
Umschalten auf Inselbetrieb: So klappt V2H
Im Keller hängt das neue Gateway direkt neben dem Zähler. Dort ist alles sauber in Kabelkanälen verlegt. Über die Umschalteinrichtung im Gateway können wir einerseits das Haus bei einem Ausfall komplett mit einer Umschaltzeit von 0 Millisekunden versorgen.
Andererseits brauchen wir diese Funktion auch für das bidirektionale Laden. Aktuell sagen die Netzbetreiber noch, dass man den Autostrom nicht direkt wieder ins Netz speisen darf, weil die Regelungen dafür noch nicht eindeutig genug sind. Der Trick: Wir gehen über den Umweg der Netztrennung in den Inselbetrieb. Dann darf das bidirektionale Laden voll genutzt und das gesamte Haus aus der Autobatterie gespeist werden.
Wenn ihr auch aus Berlin oder Brandenburg kommt und eine so clevere Lösung für euer Zuhause wollt, schaut euch gerne unsere Praxis-Projekte in Berlin an oder meldet euch direkt bei uns!