Wie funktioniert das Laden und Entladen eines Speichersystems? In diesem Artikel erkläre ich Ihnen praxisnah, wie Sie Solarstrom speichern für den Eigenbedarf, wie das clevere Überschussladen für Elektroautos abläuft und warum ein dynamischer Stromtarif im Winter eine wichtige Ergänzung für Ihre Anlage ist.
Ich werde oft gefragt: Wie funktioniert das genau mit dem Strom speichern, dem Entladen und den angeschlossenen Verbrauchern? Und wie funktioniert das Überschussladen mit der eigenen Photovoltaik Anlage? Genau das wollen wir uns heute mal etwas genauer anschauen.
Der klassische Ablauf: Tag und Nacht im Eigenheim
Schauen wir uns das erste Szenario an: Die Sonne scheint. Wir sind tagsüber zu Hause, erzeugen eigenen Strom und decken damit direkt den Verbrauch des Hauses. Alles, was darüber hinaus noch an Energie übrig ist, wird in den Sigenstor Batteriespeicher geladen. Wir beziehen in dieser Zeit absolut nichts aus dem öffentlichen Netz.
Irgendwann ist die Batterie dann voll. Wenn wir weiterhin Solarstrom erzeugen, kann dieser natürlich nicht mehr in die Batterie fließen. Erst dann wird dieser überschüssige Strom ins Netz zurückgespeist. Dafür haben wir einen Zweirichtungszähler, der diesen Strom erfasst, wofür Sie aktuell eine gesetzliche Einspeisevergütung von etwa 8 Cent pro Kilowattstunde erhalten.
Wenn es dunkel wird
Jetzt gehen wir einen Schritt weiter: Es wird Abend. Wir erzeugen keinen Solarstrom mehr, haben im Haus aber natürlich weiterhin einen gewissen Grundverbrauch. Genau diesen decken wir nun aus der Batterie. Das Haus wird so lange aus der Batterie versorgt, bis diese leer ist.
Hier zeigt sich, warum die korrekte Planung der Kapazität so wichtig ist:
- Die richtige Größe: Die Batterie sollte dem durchschnittlichen Hausverbrauch entsprechen.
- Die Reserve: Sie sollte mindestens die ganze Nacht durchhalten und morgens noch 10 bis 20 Prozent Reserve aufweisen.
- Der Backupfall: Nur wenn der Verbrauch abends extrem hoch ist und die Batterie leergesaugt wird, beziehen wir Netzstrom – genau so, wie man es klassisch ohne Solaranlage kennt.
Überschussladen: So tanken Sie kostenlos Ihr Elektroauto
Jetzt möchte ich noch mal auf einen ganz entscheidenden Faktor eingehen: Das Überschussladen fürs Elektroauto. Das ist ein Hebel, mit dem man als Besitzer einer intelligente Wallbox wirklich viel Geld sparen kann.
Wie vorhin erwähnt, speisen wir Strom ins Netz ein, sobald die Batterie voll ist – und bekommen dafür nur eine relativ geringe Vergütung. Anstatt den Strom billig zu verkaufen, greift hier das intelligente Überschussladen. Die Steuerung nutzt exakt diesen überschüssigen Strom – und auch nur diesen – um das Auto zu laden.
Haben wir in unserem Beispielszenario gerade 5 kW übrig, lädt das Auto auch nur mit 5 kW. Das ist zwar etwas langsamer als mit voller Leistung, aber eben mit kostenlosem Strom. Es wäre wirtschaftlicher Quatsch, das Auto mit vollen 11 kW aus dem Netz zu laden, teuren Strom für über 30 Cent einzukaufen, nur um den eigenen Sonnenstrom für wenige Cent zu verkaufen. Wer eine gute Photovoltaik Beratung für sein Haus in Anspruch nimmt, achtet von Anfang an auf dieses intelligente Zusammenspiel.
Dynamische Stromtarife und clevere Speichernutzung im Winter
Eine absolut entscheidende Erweiterung, besonders beim Sigenstor System, ist die Verbindung mit einem dynamischen Stromtarif. Dafür benötigen wir ein intelligentes Messsystem (Smartmeter Gateway).
Hier nutzen wir einen KI-Algorithmus, der den Speicher nicht nur aus der Solaranlage, sondern gezielt aus dem Netz lädt – und zwar genau dann, wenn der Strom an der Börse extrem günstig ist. Wir beziehen also nachts günstigen Strom aus dem Netz, speichern ihn ein und verbrauchen ihn tagsüber zu den teuren Hochtarifzeiten.
Gerade in den Wintermonaten, wenn der Solarertrag naturgemäß geringer ist, ist das eine sehr sinnvolle Möglichkeit, den Sigenstor Batteriespeicher optimal auszulasten und bares Geld zu sparen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was passiert, wenn der Speicher voll ist?
Wie groß sollte ein Batteriespeicher sein?
Was bedeutet Überschussladen beim Elektroauto?
Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?
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