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Zählerkaskade: PV & Wärmepumpe optimal nutzen

Wie kombiniert man Photovoltaik und Wärmepumpe optimal? Kevin Döhnel erklärt die... Fokus: Photovoltaik Wärmepumpe, Sg Ready Wärmepumpe
⚡ Schnell-Zusammenfassung

Wer Photovoltaik und Wärmepumpe kombiniert, steht oft vor einem Problem: Nutze ich meinen kostenlosen Solarstrom ODER den vergünstigten Wärmepumpentarif? Mit einer Zählerkaskade (Messkonzept 7) müsst ihr euch nicht mehr entscheiden – ihr bekommt das Beste aus beiden Welten! Wir erklären, wie diese geniale Verschaltung funktioniert.

⏱️ Lesezeit: ca. 5 Minuten | 📅 Erstellt: 07.04.2026 | 🔄 Aktualisiert: 01.09.2026 | ✍️ Autor: Kevin Döhnel
Zählerkaskade: PV & Wärmepumpe optimal nutzen

Das Dilemma: Solarstrom vs. Wärmepumpentarif

Moin Leute! Die Kombination aus Photovoltaikanlage und Wärmepumpe ist eigentlich ein absoluter Traum. Im besten Fall heizt ihr euer Haus mit dem kostenlos selbst erzeugten Strom vom Dach. Aber seien wir mal ehrlich: Gerade im tiefsten Winter, wenn die Wärmepumpe richtig ackern muss, ist die Sonneneinstrahlung meistens mau. Wir müssen also zwangsläufig Netzstrom für die Heizung einkaufen.

Und hier fing früher das Problem an: Früher hatte man für die Wärmepumpe oft einen separaten Stromzähler. Dadurch konnte man einen vergünstigten Wärmepumpentarif nutzen (weil die Anlage nach §14a EnWG steuerbar ist) und sparte sich 9 bis 10 Cent pro Kilowattstunde. Baut man jetzt aber eine Photovoltaikanlage für Privathaushalte dazu, kann diese immer nur an einem Zähler hängen – meistens am normalen Hauszähler. Die Konsequenz: Der teure Solarstrom versorgt zwar den Fernseher, aber nicht die Wärmepumpe, weil die an einem anderen Zähler hängt!

Legt man hingegen alles auf einen gemeinsamen Hauszähler, nutzt man zwar den PV-Strom für die Heizung, verliert aber den günstigen Wärmepumpentarif für den eingekauften Strom. Ein echtes Dilemma.

💡 Top-Tipp von Kevin Döhnel:
"Ich möchte den selbsterzeugten Solarstrom für die Wärmepumpe nutzen und aber auch für den eingekauften Strom den vergünstigten Tarif. Und da kommt eben jetzt die sogenannte Zählerkaskade ins Spiel!"

Die Lösung: Das Messkonzept Zählerkaskade

Die Zählerkaskade (oft auch “Messkonzept 7” oder “Messkonzept 8” genannt) ist ein spezieller technischer Aufbau im Zählerschrank. Dabei werden zwei Stromzähler hintereinander (“in Kaskade”) geschaltet. Diese Verschaltung ermöglicht es, dass ihr sowohl den PV-Strom für die Wärmepumpe nutzt als auch den billigeren Tarif für den Netzbezug erhaltet.

So funktioniert der Aufbau in der Praxis

Stellt euch vor, der Strom aus dem öffentlichen Netz kommt ins Haus.

  1. Zähler 1 (Hauptzähler): Dieser Zähler misst den kompletten Strom, der ins Haus fließt oder ins Netz eingespeist wird (Zweirichtungszähler). Direkt hinter diesem Zähler wird die steuerbare Wärmepumpe (und eventuell die Wallbox) angeklemmt. Auch der Smartmeter der PV-Anlage sitzt hier.
  2. Zähler 2 (Abgrenzungszähler): Direkt hinter der Abzweigung zur Wärmepumpe wird ein zweiter Zähler geschaltet. An diesem zweiten Zähler hängt nun das restliche Haus (Licht, Kühlschrank, Steckdosen) und die Einspeisung der Solaranlage.

Der Clou bei der Abrechnung:

  • Zähler 1 misst alles.
  • Zähler 2 misst nur Hausverbrauch und PV-Produktion.
  • Die Differenz aus beiden Zählerwerten ergibt exakt den Verbrauch der Wärmepumpe!

Der Stromanbieter rechnet dann den Wert von Zähler 2 zum normalen (teureren) Haushaltsstrom-Tarif ab und die Differenz (Wärmepumpe) zum günstigeren Wärmepumpentarif. Genial, oder?

Kosten und Voraussetzungen

Eine Zählerkaskade benötigt natürlich physisch Platz für zwei Zähler. Wenn euer alter Zählerschrank zu klein ist, können wir das oft durch das Setzen eines zweiten, kleinen Zählerschranks daneben lösen. Zudem zahlt ihr für den zweiten Zähler eine gewisse jährliche Grundgebühr. Diese holt ihr aber durch die 9 bis 10 Cent Ersparnis beim Wärmepumpenstrom meist rasend schnell wieder rein.

Wichtig ist auch der Netzbetreiber: Bei uns in Berlin (Stromnetz Berlin) und Brandenburg (E.DIS) ist dieses Messkonzept absoluter Standard und wird oft von uns gebaut. In anderen Regionen (z.B. bei der MITNETZ) stellen sich die Betreiber manchmal noch quer. Als regionaler Experte für Photovoltaik in Berlin übernehmen wir für euch die komplette Anmeldung und Abstimmung mit dem Netzbetreiber.

Wer dieses Konzept noch mit einem dynamischen Stromtarif kombiniert, holt aktuell das absolute Maximum an Wirtschaftlichkeit heraus. Wenn ihr so ein smartes System für euer Haus wollt, stellt einfach eine Beratungsanfrage. Wir planen das für euch durch!

Kevin Döhnel

Über den Autor: Kevin Döhnel

Wirtschaftsingenieur für Elektrotechnik (TU) und Geschäftsführer von TICON Energy. Er ist anerkannter Experte für Photovoltaik, bidirektionales Laden und moderne Zählerschrank-Kaskaden in Berlin & Brandenburg.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist eine Zählerkaskade (Kaskadenmessung)?
Eine Zählerkaskade ist eine Reihenschaltung von zwei Stromzählern. Sie ermöglicht es, in einem Haushalt mit Photovoltaikanlage den selbst erzeugten Sonnenstrom für eine Wärmepumpe zu nutzen und gleichzeitig für den aus dem Netz bezogenen Strom der Wärmepumpe einen vergünstigten Sondertarif abzurechnen. Dies ist besonders wichtig beim Thema Photovoltaik Wärmepumpe.
Brauche ich für die Zählerkaskade einen neuen Zählerschrank?
Nicht zwingend. Wenn im bestehenden Zählerschrank kein Platz für den benötigten zweiten Zähler (Abgrenzungszähler) ist, kann oft ein kleiner, kostengünstiger Zusatzschrank direkt daneben montiert werden.
Macht eine Zählerkaskade auch bei Wallboxen Sinn?
Ja! Auch eine steuerbare Wallbox nach §14a EnWG kann an den ersten Zähler (zusammen mit der Wärmepumpe) angeschlossen werden. So könnt ihr euer E-Auto mit PV-Überschuss laden und bei Netzbezug vom günstigeren Tarif profitieren.

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