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Wärmepumpe & Photovoltaik: Intelligente Steuerung mit SG Ready und EEBUS

Wie verbindet man eine Wärmepumpe ideal mit der Solaranlage? TICON Energy erklärt die SG Ready Schnittstelle, EEBUS und intelligentes HEMS.
⚡ Schnell-Zusammenfassung

Eine Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage sind die perfekte Kombination, um Heizkosten zu sparen. Doch wie kommunizieren die Geräte miteinander? Kevin Döhnel erklärt den aktuellen Standard SG Ready, wie man überschüssigen Solarstrom als thermische Energie speichert und warum die Zukunft dem digitalen Kommunikationsstandard EEBUS gehört.

⏱️ Lesezeit: ca. 5 Minuten | 📅 Datum: 17.03.2026 | ✍️ Autor: Kevin Döhnel

Die energetische Unabhängigkeit im Einfamilienhaus gelingt am besten, wenn man Erzeugung, Speicherung und Verbrauch nicht isoliert betrachtet, sondern als ein einziges, intelligentes Gesamtsystem. Neben dem Elektroauto ist die Wärmepumpe der größte Stromverbraucher im Haus.

Um den Zukauf von teurem Netzstrom zu minimieren und gleichzeitig die Einspeisung von billigem Solarstrom zu verhindern, müssen Solaranlage und Wärmepumpe miteinander gekoppelt werden.

Erfahren Sie hier, wie die Steuerung über SG Ready in der Praxis funktioniert und wohin sich die Technologie entwickelt.


SG Ready: Der aktuelle Branchenstandard

Die Abkürzung SG Ready steht für „Smart Grid Ready“. Dies ist ein herstellerübergreifender Standard aus der Wärmepumpenbranche, den nahezu alle namhaften Hersteller (wie Viessmann, Vaillant, Bosch oder LG) unterstützen. Auch moderne Wechselrichter (wie die Systeme von Sigenergy) können diese Schnittstelle ansteuern.

Wie funktioniert SG Ready?

Die Kopplung erfolgt über eine physische Steuerleitung zwischen Wechselrichter und Wärmepumpe. Letztendlich handelt es sich um eine relativ einfache Relais-Signalsteuerung:

  1. Der Auslöser: An sonnigen Tagen ist die Batterie voll und der Hausstrombedarf gedeckt. Die PV-Anlage erzeugt Überschuss, der für ca. 7 Cent ins Netz eingespeist werden müsste.
  2. Das Signal: Die Solaranlage schaltet das Relais und sendet ein Signal an die Wärmepumpe: „PV-Überschuss ist vorhanden!“
  3. Die Reaktion: Die Wärmepumpe reagiert auf das Signal und nutzt den kostenlosen Solarstrom, um beispielsweise den Warmwasserspeicher statt der üblichen 50 °C auf 60 °C oder 70 °C aufzuheizen.

Der Vorteil: Der Warmwasserspeicher fungiert hierbei als thermischer Energiespeicher. Die tagsüber gespeicherte Wärmeenergie muss nachts nicht unter Zukauf von Netzstrom erzeugt werden.


Warum SG Ready nicht das Ende der Fahnenstange ist

Obwohl SG Ready zuverlässig funktioniert, ist die Schnittstelle technisch recht primitiv. Es findet keine bidirektionale digitale Kommunikation statt. Die PV-Anlage weiß nicht, wie warm der Wasserspeicher ist, und die Wärmepumpe weiß nicht, wie viel kW Überschuss exakt zur Verfügung stehen. Zudem lässt sich darüber die Raumheizung des Hauses nicht dynamisch regeln.

Die Zukunft der Vernetzung heißt daher EEBUS.


EEBUS: Die digitale Zukunft des Smart Homes

EEBUS ist ein offener, digitaler Kommunikationsstandard auf IP-Basis (Ethernet/WLAN). Über EEBUS können alle Geräte im Haus – von der Solaranlage über den Batteriespeicher und die Wallbox bis hin zu Wärmepumpe, Klimaanlage und Haushaltsgeräten – in zwei Richtungen digital miteinander kommunizieren.

Ein zentrales Heim-Energiemanagementsystem (HEMS) kann dadurch exakt steuern:

  • Welche Leistung die Wärmepumpe gerade modulieren soll.
  • Wann der ideale Zeitpunkt zum Heizen ist (unter Einbeziehung von Wetterprognosen und dynamischen Stromtarifen).
  • Wie die Lasten im Haus verteilt werden, um Lastspitzen zu vermeiden.

Aktuell befindet sich der EEBUS-Standard in der Praxis noch in der Einführungsphase, da viele Hersteller ihre Protokolle erst anpassen müssen. In den kommenden Jahren wird er jedoch zum Standard für jedes moderne KfW-Effizienzhaus werden.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Muss die SG Ready Verbindung vom Heizungsbauer oder vom Solarteur eingerichtet werden?
Es wird die Zuarbeit von beiden Gewerken benötigt. Der Solarteur schließt die Steuerleitung an den Wechselrichter (oder das Smart-Home-Gateway) an und konfiguriert die softwareseitigen Schwellenwerte für den PV-Überschuss. Die Freischaltung und Parametrierung in der Wärmepumpensteuerung selbst sollte jedoch stets durch den Heizungsbauer erfolgen, da hier systemspezifische Parameter der Heizung eingestellt werden müssen.
Kann ich mit SG Ready auch die Raumheizung steuern?
Theoretisch lässt sich über SG Ready auch eine thermische Überhöhung der Raumtemperatur (z. B. leichtes Überheizen der Fußbodenheizung am Tag) einstellen. In der Praxis wird dies jedoch selten genutzt, da Häuser thermisch träge sind und man ein Überhitzen der Wohnräume verhindern möchte. Die Speicherung von Überschussstrom im Warmwasser- oder Pufferspeicher ist deutlich effektiver und komfortabler.
Was mache ich, wenn meine bestehende Heizung kein SG Ready unterstützt?
Haben Sie eine fossile Heizung (z. B. Gas oder Öl) mit einem Warmwasserspeicher, lässt sich ein sogenannter Heizstab (Power-to-Heat) nachrüsten. Dieser Heizstab wird wie ein Tauchsieder in den Speicher geschraubt und kann stufenlos mit überschüssigem Solarstrom betrieben werden, um den Brenner im Sommer komplett auszuschalten.

Sehen Sie sich das vollständige Video zu diesem Thema hier an: