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Datum: 18. August 2026
Autor: Kevin Döhnel

Wenn wir über Solaranlagen sprechen, denken die meisten sofort an private Dächer bis 30 kWp. Doch wie groß können wir eigentlich mit moderner Technik bauen? Wir bei Ticon Energy in Berlin setzen intensiv auf Sigenergy. Der größte einzelne Wechselrichter für das Sigenstor-System liefert zwar 30 kW – was schon eine ordentliche Menge ist –, aber wenn wir wirklich groß bauen wollen, sind wir da noch lange nicht am Ende. In diesem Beitrag zeige ich euch, wie wir durch intelligente Kaskadierung bis in den Megawattbereich vordringen und wo genau die Unterschiede zwischen dem bewährten Sigenstor und dem neuen Sigenstack liegen.
Die Macht der Kaskadierung beim Sigenstor
Das Sigenstor-System ist extrem flexibel. Wenn wir mehr als 30 kW Leistung benötigen, müssen wir nicht zwingend nach einem völlig anderen Wechselrichter-Typ suchen. Stattdessen nutzen wir einfach mehrere Geräte im Verbund. Hier kommt das Sigenergy Gateway ins Spiel.
Mit dem Gateway 120 können wir beispielsweise problemlos bis zu sechs Wechselrichter miteinander kombinieren. Doch das ist noch nicht das Maximum: Es gibt Gateways, die bis zu 20 Wechselrichter zusammenschalten. Dadurch erreichen wir eine gigantische Flexibilität und können Anlagen mit bis zu 600 kW Wechselrichterleistung realisieren. Da wir an jeden einzelnen Wechselrichter bis zu sechs Batterie-Module anschließen können, lässt sich auch der Speicherbedarf massiv skalieren – und das komplette Energiemanagement bleibt wunderbar zentralisiert.
Sigenstack: Die Lösung für Industrie und Batteriefarmen
Während sich das Sigenstor-System optimal durch Flexibilität auszeichnet, hat Sigenergy für den richtig großen Leistungsbedarf ab 50 kW Wechselrichterleistung das Sigenstack-System im Programm. Es ist konzeptionell ähnlich aufgebaut, aber einfach eine Nummer größer dimensioniert.
Die Batterie-Module beim Sigenstack fassen 12 kWh (statt 9 kWh beim Sigenstor) und bieten höhere Lade- und Entladeleistungen. Der große Unterschied liegt in der Systemarchitektur: Anstatt auf jedem Batterieturm einen eigenen Wechselrichter zu platzieren, hat der Sigenstack separate Batterietürme und einen großen Zentralwechselrichter. Neuerdings verfügt dieses System sogar über eine integrierte Backup-Funktion, sodass das klassische externe Gateway oft gar nicht mehr benötigt wird.
Das Sigenstack-System spielt seine Stärken besonders bei sehr großen Batterieanlagen oder bei reinen Batteriefarmen aus, die zur Netzstabilisierung genutzt werden. Wenn wir Projekte in reiner Batterie-Architektur umsetzen, ist der Sigenstack pro Kilowattstunde Kapazität oft noch etwas günstiger. Ein riesiger Pluspunkt für beide Systeme: Sie lassen sich komplett im Freien aufstellen. Es reicht ein einfaches Fundament und der Netzanschluss.
Bidirektionales Laden im Großformat
Besonders für unsere Geschäftskunden ist bidirektionales Laden ein gigantisches Thema. Auch hier gibt es einen klaren Unterschied zwischen den beiden Modellen: Beim Sigenstor ist die Bidirektionalität als Erweiterungsmodul bereits verfügbar. In einer Kaskade können wir damit problemlos 10 oder 20 Ladepunkte aufbauen, die alle bidirektionales Laden (wie zum Beispiel beim BMW iX1) unterstützen.
Beim Sigenstack-System gibt es diese Funktion aktuell noch nicht, auch wenn wir fest davon ausgehen, dass Sigenergy das mittelfristig nachliefert. Wer also heute schon den maximalen Wert auf groß angelegte, bidirektionale Ladeinfrastruktur legt, sollte definitiv noch beim Sigenstor-System bleiben.
Es ist wirklich faszinierend, wie flexibel wir heute planen können – von der privaten 3-kWp-Anlage bis zum Gewerbepark im Megawattbereich.