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Bidirektionales Laden: BMW iX1 im Praxis-Test mit Sigenergy

Kann der BMW iX1 bidirektional laden? TICON Energy testet V2H (Vehicle-to-Home) mit dem Sigenergy SigenStor DC-Charger.
⚡ Schnell-Zusammenfassung

Ist bidirektionales Laden (V2H) heute schon mit aktuellen Elektroautos nutzbar? Kevin Döhnel testet in der TICON Energy Testwerkstatt den BMW iX1 am wegweisenden DC-Charger von Sigenergy. Das überraschende Ergebnis: Obwohl offiziell nicht beworben, entlädt das System fast 12 kW Leistung aus dem Auto zurück ins Haus.

⏱️ Lesezeit: ca. 5 Minuten | 📅 Datum: 07.06.2026 | ✍️ Autor: Kevin Döhnel

Das Auto als riesiger Heimspeicher für das ganze Haus (Vehicle-to-Home, kurz V2H) – das ist das Versprechen des bidirektionalen Ladens. Während viele Hersteller zögern und Funktionen erst für zukünftige Fahrzeug-Generationen ankündigen, gehen wir bei TICON Energy in Berlin und Brandenburg den Dingen selbst auf den Grund.

Als offizielles Testcenter für die innovativen Systeme von Sigenergy prüfen wir die Kompatibilität von Gleichstrom-Ladelösungen (DC-Laden) mit verschiedenen Elektrofahrzeugen. Heute auf dem Prüfstand: Ein aktueller BMW iX1.

Erfahren Sie hier, warum DC-Laden die Zukunft gehört und wie das Testergebnis ausgefallen ist.


AC vs. DC: Warum bidirektionales Laden Gleichstrom braucht

Die meisten heute installierten Wallboxen laden mit Wechselstrom (AC). Das hat einen entscheidenden Nachteil:

  • Die Wandlungsverluste: Der Solarstrom vom Dach (Gleichstrom/DC) wird vom Haus-Wechselrichter in Wechselstrom (AC) gewandelt. Im Auto muss dieser Wechselstrom durch das bordeigene Ladegerät (Onboard Charger) wieder in Gleichstrom (DC) für die Autobatterie zurückgewandelt werden. Beim Entladen zurück ins Haus läuft diese Kette rückwärts. Das bedeutet zweifache Wandlungsverluste und macht V2H ineffizient.
  • Die Lösung - DC-Laden: Der SigenStor DC EV Charger von Sigenergy bleibt komplett in der Gleichspannungsebene. Die Energie fließt verlustarm direkt von den Solarmodulen oder dem SigenStor Heimspeicher über den CCS2-Ladestecker in die Autobatterie – und genau so verlustarm wieder zurück.

Ein weiterer Vorteil von DC-Systemen: Das Ladegerät kann über das CCS-Protokoll den exakten Ladestand (State of Charge, kurz SoC) des Elektroautos in Echtzeit auslesen. Das ermöglicht eine viel präzisere Steuerung des PV-Überschussladens im Vergleich zu simplen AC-Wallboxen.


Der Praxis-Test: BMW iX1 am SigenStor DC-Charger

Offiziell kündigt BMW die Unterstützung für bidirektionales Laden erst ab der “Neuen Klasse” (z. B. dem neuen iX3 ab Ende 2026) an. Umso spannender war unser Kompatibilitätstest mit dem aktuellen BMW iX1.

1. PV-Überschussladen (Laden)

Das Anstecken dauert beim DC-Laden prinzipbedingt etwas länger als bei AC, da das Auto und der SigenStor Charger zunächst eine Sicherheits- und Isolationsprüfung durchführen (ca. 30 bis 60 Sekunden). Nach dem Handshake startete das System sofort mit dem solaren Überschussladen und passte die Ladeleistung dynamisch an die aktuelle Solarproduktion von 8,8 kW an.

2. Rückspeisung ins Haus (Entladen / V2H)

Über die manuelle Steuerung der Sigenergy-App haben wir eine maximale Entladung des Fahrzeugs erzwungen. Nach dem Kommunikationsaufbau passierte das Überraschende:

  • Der BMW iX1 gab die Energie problemlos frei.
  • Die Entladeleistung stieg stabil auf 11,8 kW – das ist fast das Maximum des 12 kW DC-Chargers von Sigenergy!
  • Die Anzeige im BMW: Da das Bedienkonzept von BMW das Entladen offiziell noch gar nicht vorsieht, zeigte das Zentraldisplay im Auto eine Ladeleistung von “0 kW” an. Der Ladestand (SoC) sank jedoch im Testzeitraum nachweislich von 96 % auf 95 % ab – die Energie floss also mit vollen 12 kW ins Hausnetz.

Ihr Auto als Notstrom-Speicher bei Blackouts

Das Testergebnis zeigt einen massiven praktischen Mehrwert. Ein durchschnittlicher Heimspeicher hat eine Kapazität von 5 bis 15 kWh. Die Batterie des BMW iX1 fasst über 60 kWh (bei größeren E-Autos oft 80 bis 100 kWh).

Durch die bidirektionale Kopplung mit dem Sigenergy-System können Sie die Batterie Ihres E-Autos als riesige Speichererweiterung nutzen. Vor allem im Notstromfall (z. B. bei einem lokalen Stromausfall) kann das Auto das gesamte Haus über Tage hinweg autark mit Strom versorgen.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Unterstützt mein Elektroauto bidirektionales Laden am Sigenergy System?
Das hängt maßgeblich von der Software und den verbauten Hardware-Komponenten Ihres Fahrzeugs ab. Technisch läuft das bidirektionale Entladen (V2H) bei Sigenergy über das etablierte CCS-Gleichstromprotokoll (ISO 15118-20). Das bedeutet, dass viele moderne Elektrofahrzeuge diese Funktion hardwareseitig bereits unterstützen, auch wenn die Autohersteller dies in ihren Werbeprospekten oder Datenblättern noch nicht explizit freigegeben oder beworben haben. In unserem TICON Energy Testcenter in Berlin prüfen wir kontinuierlich die Kompatibilität neuer E-Autos auf Herz und Nieren. Kontaktieren Sie uns gerne, um zu erfahren, ob Ihr konkretes Fahrzeug bereits erfolgreich getestet wurde oder absehbar kompatibel sein wird.
Welche Leistung erreicht das bidirektionale Laden mit Sigenergy?
Der SigenStor DC EV Charger von Sigenergy ist für das Laden von Elektrofahrzeugen mit einer maximalen DC-Ladeleistung von bis zu 25 kW ausgelegt. Für die Rückspeisung ins Haus (also das bidirektionale Entladen / Vehicle-to-Home) liegt die technisch maximal mögliche Entladeleistung bei 12 kW. In unserem realen Praxistest mit dem BMW iX1 konnten wir diese Leistung mit stabilen 11,8 kW fast zu einhundert Prozent ausschöpfen. Diese Leistung reicht völlig aus, um selbst bei hohem zeitgleichen Verbrauch (z. B. Herd, Waschmaschine und Wärmepumpe) das gesamte Haus autark mit Energie zu versorgen, ohne Strom aus dem öffentlichen Netz zukaufen zu müssen.
Warum wird auf dem Autodisplay beim Entladen kein Wert angezeigt?
Das liegt an der aktuellen Software der Fahrzeughersteller. Da BMW und viele andere Automarken die Funktion des bidirektionalen Entladens (V2H/V2G) in ihren Infotainment-Systemen und Apps offiziell noch nicht freigeschaltet haben, sind die Anzeige-Dashboards der Fahrzeuge nicht auf einen negativen Energiefluss (also eine Stromentnahme) ausgelegt. Wenn das Sigenergy-System Strom aus der Autobatterie entnimmt, meldet das Fahrzeugsteuergerät dem Display daher entweder eine Ladeleistung von 0 kW oder verbleibt im Standby-Modus. Physikalisch und technisch findet der Entladevorgang über die Gleichstromkontakte des CCS2-Steckers dennoch vollkommen sicher und stabil statt, was Sie an der stetig abnehmenden Prozentanzeige der Autobatterie sowie in den Live-Flussdiagrammen der Sigenergy-App nachvollziehen können.

Sehen Sie sich das vollständige Video zu diesem Thema hier an: