Datum: 18. August 2026
Autor: Kevin Döhnel
Ich bin für euch nach China geflogen – genauer gesagt nach Shanghai. Energy 3000 hat mich eingeladen, die Produktion und das Headquarter von Sigenergy und Astroenergy hautnah zu erleben. Ein langer Flug aus Frankfurt, 35 Grad im Schatten und extrem schwül. Aber das, was ich vor Ort zu sehen bekommen habe, war absolut beeindruckend. Wir bei Ticon Energy verbauen die Systeme ja schon lange, und es ist einfach genial, mal direkt hinter die Kulissen zu schauen, wo unsere Wechselrichter und Speicher wirklich herkommen und wie die Macher dahinter ticken.

Einblick in die Batterieproduktion: Qualität auf Automobil-Niveau
In der Fabrik durften wir natürlich nicht alles abfilmen – die Konkurrenz wie Huawei oder Sungrow schläft schließlich nicht und schaut bei einem erfolgreichen “All-in-One”-System ganz genau hin. Was mir aber sofort in der Halle aufgefallen ist: Die Produktionslinien sind blitzblank, extrem ruhig und völlig aufgeräumt. Keine unübersichtliche Massenabfertigung, sondern sehr strukturierte Arbeit.
Ein Highlight war für mich die Batteriemontage. Die großen 9-kWh-Batterien (die übrigens demnächst durch neue Zellen sogar echte 10 kWh fassen werden) bestehen aus neun Zellen von absoluten Top-Zulieferern wie CATL. Sigenergy ist einer der ersten Hersteller im Bereich der Heimspeicher, der die Kontakte der Zellen per Laserschweißen verbindet. Das ist in der Automobilindustrie absoluter Standard, bei Solarspeichern aber noch lange nicht “State of the Art”.
Ein weiteres schönes Detail: Sigenergy hat die Verpackung umgestellt. Statt in Kartons mit viel Styropor-Füllung werden die Batterien jetzt komplett in Pappe ohne Plastik verpackt. Ein echter Pluspunkt für die Umwelt.
Außerdem testen die Kollegen jede fertige Batterie nach der Montage noch mal fünf Stunden lang, laden sie komplett voll und entladen sie wieder. Ausgeliefert werden sie dann mit den bekannten 40 % SOC (State of Charge). Der Strom dafür kommt übrigens von der werkseigenen Photovoltaikanlage direkt auf dem Dach der Fabrik! Mehr über die Produktionsstätten erfahrt ihr auch in unserem Artikel Neuheiten im Sigenergy Headquarter.
Wechselrichter-Tests und die “Zero Defects” Philosophie
Eine Etage über der Batterieproduktion werden komplett in-house die Wechselrichter montiert. Auch hier gibt es kompromisslose Qualitätstests: Jedes einzelne Gerät muss 48 Stunden lang einen Test unter extremen Bedingungen durchlaufen, bevor es in die Auslieferung geht.
Das erklärte Ziel von Tony, dem CEO von Sigenergy, ist ganz klar: “Zero Defects” – fehlerfreie Produkte. Sie wissen ganz genau: Jede einzelne Minute, die ein Installateur wie wir auf der Baustelle verschwendet, weil er Fehler suchen oder Hardware tauschen muss, ist verlorene Zeit und verlorenes Geld. Und das kann ich aus der Praxis nur bestätigen: Von allen Sigenergy Wechselrichtern und Batterien, die wir bei Ticon Energy bisher verbaut haben, hatten wir nicht einen einzigen Fehler oder eine Reklamation. Das spricht absolut für diese Testverfahren und die Qualität.
Aktuell platzen sie am Standort in Shanghai übrigens aus allen Nähten. Die Produktion läuft in 24/7 in drei Schichten. Deswegen wird aktuell auch eine riesige neue Fabrik in Nantong, nördlich von Shanghai, gebaut.
Kaskadierung und Gewerbespeicher: Der Sigenstack
In der neuen Fabrik soll auch verstärkt der Sigenstack für Gewerbekunden produziert werden. Und hier gibt es starke Neuigkeiten für den C&I (Commercial & Industrial) Bereich. Die neuen 50 bis 125 kW Hybrid-Wechselrichter mit Backup kommen bei bis zu vier Geräten künftig komplett ohne das große Gateway aus. Der Backup-Ausgang ist dort direkt integriert! Das spart ungemein Platz und vereinfacht die Installation.
Nur wenn mehr als vier von den Hybrid-Wechselrichtern zusammengepackt werden, kommt das 600 kW oder 1,2 MW Gateway zum Einsatz. Alle tiefgehenden Details dazu findet ihr in unserem Beitrag zur Kaskadierung und Großprojekte mit dem Sigenstack.
Neue Hardware für kleine Anlagen: Der TP2 Wechselrichter
Im beeindruckenden Showroom des Headquarters konnte ich mir dann noch weitere neue Produkte ansehen. Besonders interessant für kleinere Anlagen ist der brandneue TP2 Wechselrichter.
Er ist sozusagen die kompakte Budget-Lösung im Vergleich zum klassischen vollintegrierten Sigenstor Energy Controller. Der dreiphasige TP2 (bis 12 kW) kommt komplett ohne Lüfter aus, ist super kompakt – unter 10 cm tief – und lässt sich perfekt mit dem aufgesetzten Batteriecontroller und den bestehenden Sigenergy-Batterien kombinieren. Damit seid ihr insgesamt etwa 30 Prozent günstiger unterwegs. Ein DC-Charger lässt sich hier zwar nicht anbinden, aber spannende Features wie dynamische Strompreise und der KI-Modus sind voll integriert. Eine Gegenüberstellung beider Systeme findet ihr in unserem Sigenergy Energy Controller vs TP2 Artikel.
Der Mikrowechselrichter: Perfekt für Balkonkraftwerk und Erweiterung
Auch für die unkomplizierte Erweiterung bestehender Anlagen tut sich was. Ich hatte den neuen Mikrowechselrichter von Sigenergy in der Hand. Er kommt im Oktober auf den Markt und wird Varianten für ein oder zwei Module (500 bzw. 1000 Watt) bieten.
Was ihn so besonders macht? Jedes Gerät verfügt über eigenes WLAN. Man braucht also kein Gateway oder extra Kommunikationsmodul. Das Gerät verbindet sich direkt mit der Sigenergy App. Falls das WLAN auf dem Dach schwächelt, gibt es einen Repeater, der dann ein Mesh-Netzwerk aufbaut. Ideal also, wenn man an einem normalen Stringwechselrichter-System auf dem Hauptdach noch schnell zwei Module auf der Gaube oder auf dem Gartenhaus anschließen möchte – einfach via Steckdose wie beim Balkonkraftwerk. Lest dazu auch mehr im Beitrag über das neue Sigenergy Mikrowechselrichter Balkonkraftwerk.
Eindrücke aus Shanghai: Raumschiffe auf vier Rädern
Shanghai selbst war für mich ein Erlebnis für sich. Eine gigantische 25-Millionen-Metropole, super grün mit echten Alleen, historischen Gebäuden neben unfassbar modernen Wolkenkratzern und einer spannenden Ruhe. Auf den Straßen dominieren Roller und chinesische Elektroautos. Ich hab mir im Shopping Center mal den Li Auto L9 angeschaut. Das Ding ist wie ein rollendes Raumschiff – riesig, mit Leder, Displays überall und einer beeindruckenden Verarbeitungsqualität. Die deutschen Autobauer sieht man im Straßenbild nur noch selten.
Und mitten drin: Das Headquarter von Sigenergy mit einem gewaltigen Outdoor-Setup. Zehn Sigenstor Türme in absoluter Maximalkonfiguration (fünf Batterien plus DC-Charger) standen dort frei auf dem Parkplatz bei Wind und Wetter – ein irrer Anblick.
Fazit: Gastfreundschaft und offene Ohren
Meine Woche in China war voll von echten Highlights. Die unglaubliche Gastfreundschaft, der direkte Austausch auf Augenhöhe mit den Entwicklern und Geschäftsführern – das hat mich sehr gefreut. Ich konnte einige Verbesserungsvorschläge für die Paketzusammenstellung und die Installation aus unserem Arbeitsalltag in Deutschland direkt beim CEO und beim Vertriebschef platzieren, und die haben sich das ganz genau notiert. Ich bin mir absolut sicher: Mit diesen innovativen Lösungen haben wir für unsere Kunden den besten Partner am Start.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum baut Sigenergy ein Heatpad in die Batterien ein?
Das integrierte Heizkissen (Heatpad) sorgt dafür, dass die Batteriezellen auch bei niedrigen Außentemperaturen im optimalen Temperaturfenster arbeiten. So bleibt der Wirkungsgrad hoch und die Zellen werden geschont, selbst wenn der Speicher draußen steht.Wie lange werden Sigenergy Wechselrichter im Werk getestet?
Bevor ein Wechselrichter das Werk verlässt, wird jedes Gerät 48 Stunden lang unter Extrembedingungen getestet. Damit verfolgt Sigenergy eine strikte "Zero Defects"-Philosophie, um fehlerfreie Hardware auszuliefern.Was ist der Unterschied zwischen dem TP2 Wechselrichter und dem Energy Controller?
Der TP2 ist eine kompaktere, lüfterlose Budget-Lösung für kleinere Anlagen (bis 12 kW). Er ist in Kombination mit dem Batteriecontroller etwa 30 % günstiger als der voll integrierte Energy Controller, verzichtet aber auf die direkte DC-Wallbox-Anbindung.Braucht man für den neuen Mikrowechselrichter von Sigenergy ein Gateway?
Nein. Die neuen Mikrowechselrichter verfügen über integriertes WLAN und verbinden sich direkt. Sie können problemlos in die bestehende Sigenergy App eingebunden werden, was sie ideal für Erweiterungen auf Gartenhäusern oder Gauben macht.Lust auf eine Beratung?
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