Skip to content

Solaranlage auf dem Altbau: Geht das überhaupt?

Kann man eine Photovoltaikanlage auf einem alten Haus installieren? Kevin zeigt worauf man bei Dach, Zählerschrank und Erdung (Tiefenerder) achten muss.
⚡ Schnell-Zusammenfassung

Eine Photovoltaikanlage auf einem Altbau? Absolut machbar! Wir haben in Berlin ein Jahrhundertwende-Haus mit einer 8 kWp Solaranlage und effizienten AIKO-Modulen ausgestattet. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, worauf Sie bei einem älteren Haus bezüglich Dacheindeckung, Zählerschrank (SLS-Schalter) und vor allem beim Thema Erdung (Tiefenerder) unbedingt achten müssen.

⏱️ Lesezeit: ca. 4 Minuten | 📅 Datum: 29.06.2025 | ✍️ Autor: Kevin Döhnel

Viele Eigenheimbesitzer mit älteren Häusern fragen uns in der Photovoltaik Beratung immer wieder: Lohnt sich eine Solaranlage auf meinem Altbau überhaupt? Muss ich dafür das halbe Haus abreißen oder die gesamte Elektrik erneuern?

Wir als zertifizierter Photovoltaik Anbieter Berlin können Sie beruhigen. In den meisten Fällen ist die Installation ohne gigantische Hürden möglich. Anhand unseres aktuellen Projekts – einem typischen Berliner Jahrhundertwende-Haus – zeige ich Ihnen die drei wichtigsten Knackpunkte.

Solaranlage auf dem Altbau: Geht das überhaupt?

1. Die Dacheindeckung

Das Offensichtlichste zuerst: Die Dacheindeckung. Wenn Sie heute eine Solaranlage kaufen, investieren Sie in eine Technik, die 25 bis 30 Jahre auf dem Dach liegt. Dementsprechend sollte auch Ihr Dach in einem Zustand sein, der diese Zeitspanne problemlos überdauert.

Bei unserem Berliner Altbau-Projekt wurde das Dach vor etwa 15 Jahren komplett erneuert. Das ist ein perfekter Zeitraum. Wenn Ihr Dach jedoch bereits 40 Jahre alt ist und die Ziegel bröseln, empfehlen wir dringend, das Dach vor der PV-Montage sanieren zu lassen. In unserem Fall konnten wir problemlos 18 hochmoderne AIKO-Module (465 Watt) installieren, was einer Gesamtanlage von rund 8 Kilowatt Peak (kWp) entspricht.

2. Der Zählerschrank und die Elektroanlage

Der größte Respekt bei Altbauten gilt meistens der vorhandenen Elektrik. Ein Blick in den Keller unseres Projekt-Hauses zeigt eine Elektroanlage aus den 90er Jahren mit einem relativ alten Zähler. Das ist prinzipiell überhaupt kein Problem!

Wenn wir einen neuen Wechselrichter und Solaranlage kaufen und installieren, wird der alte Zähler vom Netzbetreiber ohnehin gegen einen neuen Zweirichtungszähler ausgetauscht. Wichtig ist jedoch, ob der Zählerschrank die heutigen technischen Anschlussbedingungen (TAB) erfüllt:

  • Trennvorrichtung (SLS-Schalter): Vor dem Stromzähler muss eine Trennvorrichtung sitzen. In Schränken ab den 90er Jahren ist im unteren Feld meist genug Platz, um diesen sogenannten SLS-Schalter einfach nachzurüsten.
  • Überspannungsschutz: Dieser schützt Ihre teure Technik vor Blitzeinschlägen. Da wir bei diesem Projekt das Sigenergy Gateway verbaut haben, war der Überspannungsschutz Typ 2 bereits im Gateway integriert und musste nicht mehr in den Zählerschrank gequetscht werden.
💡 Top-Tipp von Kevin Döhnel:
"Wenn Ihr Zählerschrank noch aus den 80er Jahren oder früher stammt (sogenannte 'Haubenschränke' aus schwarzem Plastik), ist eine Nachrüstung meist nicht möglich. Aber keine Panik! Wir bauen dann einfach einen modernen Zählerschrank direkt daneben und nutzen den alten Schrank als reine Unterverteilung weiter. Das spart Zeit und Aufwand!"

3. Die Erdung (Tiefenerder)

Das Thema Erdung wird bei Altbauten sehr oft unterschätzt. Damit der erwähnte Überspannungsschutz im Fehlerfall (z. B. Überspannung durch Blitzschlag) die Energie auch sicher in die Erde ableiten kann, braucht das Haus einen korrekten Potenzialausgleich.

  • Neubauten: Haben einen sogenannten Fundamenterder, der direkt beim Bau in die Bodenplatte eingegossen wurde.
  • Altbauten: Haben diesen Fundamenterder in der Regel nicht. Die alte Potenzialausgleichsschiene verbindet oft nur Wasserrohre, Gasleitungen und den Zählerschrank, führt aber nicht tief ins Erdreich.

Die Lösung ist relativ unspektakulär, aber enorm wichtig: Wir schlagen einen sogenannten Tiefenerder in den Boden. Da wir hier in einem Altbaukeller mit Erdboden waren, konnten wir mit einer simplen Bohrung durch den Kellerboden direkt ins Erdreich gehen. Der Tiefenerder (ein Stahlstab) wird dann Stück für Stück in den Boden gerammt – je nach Bodenbeschaffenheit und Messwerten oft drei bis sechs Meter tief! Anschließend messen wir den Erdungswiderstand, um eine absolut sichere Ableitung für Ihre TICON Energy PV-Anlage zu garantieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Muss ich für eine Solaranlage immer meinen alten Zählerschrank komplett erneuern?
Nein. Wenn Ihr Zählerschrank aus den 90er Jahren oder neuer ist und über ausreichend Platz im unteren Anschlussraum (für einen SLS-Schalter und Überspannungsschutz) verfügt, kann er in der Regel problemlos nachgerüstet werden. Nur bei sehr alten Modellen (z. B. Haubenschränken) ist ein neuer Zählerschrank zwingend erforderlich.
Was ist ein Tiefenerder und wofür wird er benötigt?
Ein Tiefenerder ist ein langer Metallstab, der mehrere Meter tief ins Erdreich geschlagen wird, um eine optimale elektrische Erdung des Hauses zu erreichen. Altbauten fehlt oft ein im Fundament integrierter Erder. Der Tiefenerder ist entscheidend, damit der Überspannungsschutz der Solaranlage im Ernstfall sicher ableiten kann.
Kann mein alter Stromzähler für die PV-Anlage weiter genutzt werden?
In den allermeisten Fällen nicht. Wenn Sie eine Solaranlage in Betrieb nehmen, wird Ihr alter Zähler durch den Netzbetreiber gegen einen digitalen Zweirichtungszähler ausgetauscht. Dieser misst dann nicht nur den Strom, den Sie aus dem Netz beziehen, sondern auch den Solarstrom, den Sie in das Netz einspeisen.

Sehen Sie sich das Video von Kevin direkt hier an:

🔥 Dieses Video wurde bereits über 450 Mal auf YouTube angesehen! Schau dir jetzt die spannenden Details in voller Länge an:

Wenn Sie Fragen haben, hinterlassen Sie einen Kommentar.

Kevin Döhnel

Über den Autor: Kevin Döhnel

Wirtschaftsingenieur für Elektrotechnik (TU) und Geschäftsführer von TICON Energy. Er ist anerkannter Experte für Photovoltaik, bidirektionales Laden und moderne Zählerschrank-Kaskaden in Berlin & Brandenburg.

© 2026 TICON Energy GmbH - Ihr Photovoltaik & Solartechnik Anbieter in Berlin & Brandenburg