Eine Photovoltaikanlage auf einem Altbau? Absolut machbar! Wir haben in Berlin ein Jahrhundertwende-Haus mit einer 8 kWp Solaranlage und effizienten AIKO-Modulen ausgestattet. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, worauf Sie bei einem älteren Haus bezüglich Dacheindeckung, Zählerschrank (SLS-Schalter) und vor allem beim Thema Erdung (Tiefenerder) unbedingt achten müssen.
Viele Eigenheimbesitzer mit älteren Häusern fragen uns in der Photovoltaik Beratung immer wieder: Lohnt sich eine Solaranlage auf meinem Altbau überhaupt? Muss ich dafür das halbe Haus abreißen oder die gesamte Elektrik erneuern?
Wir als zertifizierter Photovoltaik Anbieter Berlin können Sie beruhigen. In den meisten Fällen ist die Installation ohne gigantische Hürden möglich. Anhand unseres aktuellen Projekts – einem typischen Berliner Jahrhundertwende-Haus – zeige ich Ihnen die drei wichtigsten Knackpunkte.
1. Die Dacheindeckung
Das Offensichtlichste zuerst: Die Dacheindeckung. Wenn Sie heute eine Solaranlage kaufen, investieren Sie in eine Technik, die 25 bis 30 Jahre auf dem Dach liegt. Dementsprechend sollte auch Ihr Dach in einem Zustand sein, der diese Zeitspanne problemlos überdauert.
Bei unserem Berliner Altbau-Projekt wurde das Dach vor etwa 15 Jahren komplett erneuert. Das ist ein perfekter Zeitraum. Wenn Ihr Dach jedoch bereits 40 Jahre alt ist und die Ziegel bröseln, empfehlen wir dringend, das Dach vor der PV-Montage sanieren zu lassen. In unserem Fall konnten wir problemlos 18 hochmoderne AIKO-Module (465 Watt) installieren, was einer Gesamtanlage von rund 8 Kilowatt Peak (kWp) entspricht.
2. Der Zählerschrank und die Elektroanlage
Der größte Respekt bei Altbauten gilt meistens der vorhandenen Elektrik. Ein Blick in den Keller unseres Projekt-Hauses zeigt eine Elektroanlage aus den 90er Jahren mit einem relativ alten Zähler. Das ist prinzipiell überhaupt kein Problem!
Wenn wir einen neuen Wechselrichter und Solaranlage kaufen und installieren, wird der alte Zähler vom Netzbetreiber ohnehin gegen einen neuen Zweirichtungszähler ausgetauscht. Wichtig ist jedoch, ob der Zählerschrank die heutigen technischen Anschlussbedingungen (TAB) erfüllt:
- Trennvorrichtung (SLS-Schalter): Vor dem Stromzähler muss eine Trennvorrichtung sitzen. In Schränken ab den 90er Jahren ist im unteren Feld meist genug Platz, um diesen sogenannten SLS-Schalter einfach nachzurüsten.
- Überspannungsschutz: Dieser schützt Ihre teure Technik vor Blitzeinschlägen. Da wir bei diesem Projekt das Sigenergy Gateway verbaut haben, war der Überspannungsschutz Typ 2 bereits im Gateway integriert und musste nicht mehr in den Zählerschrank gequetscht werden.
3. Die Erdung (Tiefenerder)
Das Thema Erdung wird bei Altbauten sehr oft unterschätzt. Damit der erwähnte Überspannungsschutz im Fehlerfall (z. B. Überspannung durch Blitzschlag) die Energie auch sicher in die Erde ableiten kann, braucht das Haus einen korrekten Potenzialausgleich.
- Neubauten: Haben einen sogenannten Fundamenterder, der direkt beim Bau in die Bodenplatte eingegossen wurde.
- Altbauten: Haben diesen Fundamenterder in der Regel nicht. Die alte Potenzialausgleichsschiene verbindet oft nur Wasserrohre, Gasleitungen und den Zählerschrank, führt aber nicht tief ins Erdreich.
Die Lösung ist relativ unspektakulär, aber enorm wichtig: Wir schlagen einen sogenannten Tiefenerder in den Boden. Da wir hier in einem Altbaukeller mit Erdboden waren, konnten wir mit einer simplen Bohrung durch den Kellerboden direkt ins Erdreich gehen. Der Tiefenerder (ein Stahlstab) wird dann Stück für Stück in den Boden gerammt – je nach Bodenbeschaffenheit und Messwerten oft drei bis sechs Meter tief! Anschließend messen wir den Erdungswiderstand, um eine absolut sichere Ableitung für Ihre TICON Energy PV-Anlage zu garantieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich für eine Solaranlage immer meinen alten Zählerschrank komplett erneuern?
Was ist ein Tiefenerder und wofür wird er benötigt?
Kann mein alter Stromzähler für die PV-Anlage weiter genutzt werden?
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