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PV-Großprojekt Weißenhorn: 30 kWp mit Sigenergy 120-kW-Gateway und SL Rack

Ein Blick hinter die Kulissen unseres bisher größten Projekts: 29,9 kWp Gewerbeanlage in Weißenhorn mit dem massiven Sigenergy 120-kW-Gateway und SL Rack Montagesystem.
⚡ Schnell-Zusammenfassung

Wir bei TICON Energy haben in Weißenhorn bei Ulm unser bislang größtes Kombi-Projekt umgesetzt: Knapp 30 kWp auf dem Gewerbedach und eine Modernisierung auf dem Privathaus. Erstmalig im Einsatz: Das mächtige 120-kW-Gateway von Sigenergy für echten Notstrom an einer Wandleranlage sowie das SL Rack Montagesystem. Plus: Ein smarter Trick fürs bidirektionale Laden in zwei Garagen.

⏱️ Lesezeit: ca. 6 Minuten | 📅 Datum: 11.01.2026 | ✍️ Autor: Kevin Döhnel

Jannik und ich hatten heute eine lange Fahrt hinter uns, aber es hat sich gelohnt: Wir sind in Weißenhorn bei Ulm auf unserem bisher größten Projekt.

Es handelt sich um ein richtig spannendes Doppelprojekt. Wir installieren hier eine Gewerbeanlage mit knapp 30 kWp. Gleichzeitig rüsten wir das anliegende Privathaus des Kunden komplett auf das Sigenergy-System um.

💡 Top-Tipp von Kevin Döhnel:
"Ja, jetzt sind wir hier mal oben auf unserem größten Projekt bisher. Zwei Projekte in einem, dementsprechend auch extrem viel Material."

Vorschaubild

Modulplanung: Punktlandung auf 29,9 kWp

Das Gewerbedach war eine kleine Herausforderung. In Summe haben wir vier Dachflächen mit jeder Menge Störkonturen – darunter Gauben, eine Laufanlage für den Schornsteinfeger und Kamine.

Wir haben vorher alles exakt mit der Drohne vermessen. So konnten wir die Module in Abstimmung mit dem Kunden quer und optimal platzieren.

Insgesamt haben wir genau 63 Module mit 475 Watt verbaut. Das Ziel: Ein kleines bisschen unter der magischen 30-kWp-Grenze zu bleiben.

  • Mehrwertsteuerbefreiung: Wir profitieren von steuerlichen Vorteilen.
  • Weniger Bürokratie: Es spart dem Kunden am Ende massiv Aufwand und Geld.

[!TIP] Praxis-Tipp: Wenn der Platz knapp ist oder eine Anlage an der 30-kWp-Grenze kratzt, bleibt am besten knapp darunter (z.B. 29,9 kWp). Der bürokratische Mehraufwand für Anlagen über 30 kWp rechnet sich bei nur wenigen Modulen mehr meistens überhaupt nicht.

Doch auch knapp unter 30 kWp gibt es eine Hürde: Ab 25 kWp reicht dem Netzbetreiber der einfache Einschaltkontakt nicht mehr aus.

Er fordert vier Regelungsstufen (0 bis 75 % Wirkleistungsbegrenzung). Dafür muss zwingend ein Rundsteuerempfänger verbaut werden.

Das bedeutet in der Praxis:

Aus meiner Sicht bei dieser Anlagengröße Quatsch, aber leider vorgeschrieben.

Dachmontage: Premiere für SL Rack

Normalerweise setzen wir bei TICON Energy voll auf das Montagesystem von Novotegra. Hier haben wir auf Empfehlung zum ersten Mal das System von SL Rack ausprobiert.

💡 Top-Tipp von Kevin Döhnel:
"Die Monteure haben mir jetzt auch gerade berichtet, dass es ein tolles System ist. Ziemlich robust auch und ich denke mal, da werden wir in der Zukunft häufiger mal drauf zurückgreifen."

Das neue System hat uns direkt überzeugt:

  • Massives Aluminium: Der Dachhaken ist komplett aus Alu und extrem robust.
  • Flexible Höhenverstellung: Das Grundprofil lässt sich in vier Stufen einhängen und flexibel verstellen. Das erspart das Hantieren mit unterschiedlichen Fußplatten.
  • Einheitliches Werkzeug: Alles wird mit T40 verschraubt – kein ständiger Werkzeugwechsel mehr.

Da wir hier Traufhöhen von 7 bis 11 Metern haben, war Sicherheit extrem wichtig. Wir haben uns für eine Arbeitsbühne kombiniert mit einem RSS-Dachschutzgerüst entschieden.

Die Kabelführung war zum Glück relativ einfach: Wir konnten auf beiden Dachhälften stillgelegte Schornsteine nutzen. Von dort ging es durch ein Leerrohr direkt rüber zur Garage.

Das Biest: Sigenergy 120-kW-Gateway

In der angrenzenden Doppelgarage steht das absolute Highlight. Es ist das riesige Gateway 120-6 von Sigenergy.

💡 Top-Tipp von Kevin Döhnel:
"Das nennt sich Gateway 120-6 – heißt 120 kW, sechs Wechselrichtereingänge. Also schon richtig massiv. Wir brauchen es hier in erster Linie wegen der 120 kW."

Weil das gesamte Haus mitsamt Gewerbe über eine Wandleranlage läuft, fließt der komplette Gebäudestrom durch dieses Gateway. Die Bemessungsleistung der internen Umschützschalter muss dafür entsprechend dimensioniert sein.

Und wenn wir den Notstrom-Modus testen, kracht es ordentlich:

💡 Top-Tipp von Kevin Döhnel:
"Also, das kracht mal ordentlich. Ich probiere es jetzt mal aus... Karum! Ja, und man sieht mal wieder, es hat nichts geflackert."

Die Umschaltung passiert komplett unterbrechungsfrei in 0 Millisekunden. Im Endausbau geht da eine dicke 50-Quadrat-Leitung rein. So realisieren wir einen echten Notstrom bei Blackout.

An das Gateway könnten wir theoretisch bis zu sechs SigenStor Wechselrichter kaskadieren. Wir nutzen aktuell aber nur einen 30-kW-Wechselrichter. Auch ein Generatoranschluss für einen Diesel-Notstromer ist schon integriert.

30-kW-Wechselrichter & der DC-Lader-Trick

Beim Speicher haben wir voll aufgerüstet:

  • Ein 30-kW-Wechselrichter
  • Ein 25-kW DC-Charger
  • Vier Batterien (insgesamt 36 kWh)

Die Batterien wiegen stolze 85 kg pro Stück. Zum Glück werden stabile Griffe direkt mitgeliefert.

Für das bidirektionale Laden hatte der Kunde eine geniale, pragmatische Idee. Er hat zwei Garagen nebeneinander und will das Auto in beiden flexibel laden können.

Statt eines zweiten teuren Chargers hat er hinter dem Sigenergy-Turm eine Kernbohrung setzen lassen. Jetzt können wir das Ladekabel bei Bedarf einfach durch die Wand schieben. Ziemlich kreativ und funktioniert top!

Weniger Plastikmüll: Verpackung neu gedacht

Ein Detail, das mich persönlich sehr freut: Als wir bei Sigenergy im Headquarter in China waren, haben wir die riesigen Mengen an Plastik-Verpackungsmaterial kritisiert. Und sie haben sofort reagiert!

Die 85-kg-Batterien kamen auf dieser Baustelle erstmals nicht mehr in Plastikschaum. Sie waren komplett in stabiler Pappe verpackt.

Bei der Masse an Geräten haben wir immer noch viel Müll. Aber der Wechsel von Plastik zu Pappe ist für die Umwelt ein massiver Schritt in die richtige Richtung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum baut man eine PV-Anlage mit exakt 29,9 kWp statt 31 kWp?

Unterhalb der Grenze von 30 kWp entfallen in Deutschland viele bürokratische Hürden und steuerliche Nachteile. Dazu gehört insbesondere die Einkommensteuerbefreiung für die Erträge der Anlage, weshalb eine punktgenaue Belegung auf 29,9 kWp wirtschaftlich und administrativ oft deutlich lukrativer ist.

Wofür benötigt man das Sigenergy 120-kW-Gateway?

Das riesige Gateway 120-6 wird benötigt, wenn der gesamte Strom eines Gewerbegebäudes (z.B. über eine Wandleranlage) hindurchfließen soll, um eine vollumfängliche, unterbrechungsfreie Notstromversorgung (mit 0 ms Umschaltzeit) sicherzustellen. Zudem können daran bis zu 6 große Sigenergy Wechselrichter kaskadiert werden.

Was passiert bei PV-Anlagen ab 25 kWp in Bezug auf den Netzbetreiber?

Ab einer Leistung von 25 kWp reicht die einfache Fernsteuerbarkeit nicht mehr aus. Der Netzbetreiber fordert dann eine komplexe Fernsteuerung in vier Wirkleistungsstufen (0 bis 75 %). Dafür muss zwingend ein sogenannter Rundsteuerempfänger im Zählerschrank verbaut und mit dem Wechselrichter verbunden werden.

Wie funktioniert das bidirektionale Laden bei zwei Garagen mit nur einem DC-Charger?

Mit einer kreativen und pragmatischen Lösung: Durch eine Kernbohrung in der Wand zwischen den beiden Garagen kann der Ladestecker des Sigenergy DC-Chargers bei Bedarf einfach in den angrenzenden Raum durchgeschoben werden. So lassen sich Elektroautos flexibel in beiden Garagen laden, ohne ein zweites teures Gerät anzuschaffen.

Sehen Sie sich die Dokumentation unseres bisher größten Projekts hier in voller Länge an:

Kevin Döhnel

Über den Autor: Kevin Döhnel

Diplom-Elektroingenieur (FH) und Geschäftsführer von TICON Energy. Er ist anerkannter Experte für Photovoltaik, bidirektionales Laden und moderne Zählerschrank-Kaskaden in Berlin & Brandenburg.

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