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PV-Anlage 60% Begrenzung: Was bedeutet das?

Was bedeutet die 60 Prozent Einspeisebegrenzung bei eurer PV-Anlage? Kevin Döhnel... Fokus: Photovoltaik Berlin, Solaranlage Speicher
⚡ Schnell-Zusammenfassung

Ihr plant eine neue PV-Anlage und stolpert über die gesetzliche 60-Prozent-Regelung? Wir bei TICON Energy erklären euch, warum der Netzbetreiber eure Einspeisung limitiert, wie viel Geld ihr dadurch wirklich verliert und warum diese Regelung trotzdem aktuell die beste Wahl für euer Projekt ist.

⏱️ Lesezeit: ca. 4 Minuten | 📅 Erstellt: 31.08.2025 | 🔄 Aktualisiert: 01.09.2026 | ✍️ Autor: Kevin Döhnel
PV-Anlage 60% Begrenzung: Was bedeutet das?

Warum bremst der Netzbetreiber unsere Energie aus?

Moin zusammen, Kevin von TICON Energy hier! Rund um moderne PV-Anlagen gibt es gefühlt jede Woche neue gesetzliche Vorschriften. Ganz besonders dann, wenn es um das Thema Netzüberlastung geht. Was auf der Verbrauchsseite für Wärmepumpen oder große Ladeinfrastrukturen im Gewerbe geregelt ist, finden wir für die Einspeiseseite im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wieder.

Die Bundesregierung und die Netzbetreiber haben eigentlich nur ein einziges Ziel: Sie wollen verhindern, dass das Stromnetz kollabiert. Stellt euch vor, wir haben einen strahlenden Sommertag im Juli. Um Punkt 12 Uhr mittags ballern alle privaten PV-Anlagen in Berlin gleichzeitig ihren überschüssigen Strom mit voller Wucht ins öffentliche Netz, weil die Heimspeicher schon längst voll sind. Das könnte das regionale Netz massiv überlasten. Um genau das zu verhindern, greift der Netzbetreiber ein – entweder durch eine harte Einspeisebegrenzung oder durch eine direkte Fernsteuerung der Anlagen.

Aus meiner Sicht als PV-Anbieter in Berlin ist das natürlich extrem ärgerlich. Man könnte dieses Problem über dynamische Stromtarife viel smarter lösen, anstatt Anlagen abzuwürgen. Aber wir müssen mit den technischen und gesetzlichen Lösungen arbeiten, die aktuell auf dem Tisch liegen.

Die 60 Prozent Regelung einfach erklärt

Wenn ihr heute eine neue Solaranlage bei uns anfragt, müssen wir gemeinsam überlegen, wie wir die Anlage beim Netzbetreiber anmelden. Die einfachste und primitivste Lösung ist die 60-Prozent-Begrenzung. Aber Vorsicht: 60 Prozent von was eigentlich?

Es geht immer exakt um 60 Prozent der installierten Peakleistung auf eurem Dach. Wenn wir euch beispielsweise eine 10 Kilowatt-Peak (kWp) Anlage installieren, dann dürft ihr zur Mittagszeit maximal 6 Kilowatt (kW) Strom in das öffentliche Netz drücken. Alles darüber hinaus wird vom Wechselrichter blockiert.

Jetzt kommt aber der extrem wichtige Teil aus der Praxis: Das bedeutet nicht, dass ihr den restlichen Strom nicht nutzen dürft!

💡 Top-Tipp von Kevin Döhnel:
"Die eigenverbrauchte Energie ist davon völlig unangetastet. Du darfst immer so viel erzeugen, wie du möchtest! Speicher füllen, Auto laden, Haushalt versorgen – da geht keiner ran. Es geht wirklich nur um die reine Einspeisung ins öffentliche Netz."

Was kostet euch die Einspeisebegrenzung wirklich?

Rechnen wir das Ganze mal knallhart durch. Wenn eure 10 kWp Anlage am Mittag 8 kW generiert und ihr im Haus gerade kocht und 1 kW verbraucht, hättet ihr theoretisch 7 kW für die Einspeisung übrig. Erlaubt sind aber nur 6 kW. Ihr verliert in dieser Sekunde also exakt 1 kW Leistung. Das passiert aber nur an wirklich sonnigen Tagen für einen Zeitraum von zwei bis vier Stunden.

Wir sprechen hier über einen Verlust von vielleicht 3 bis 4 Kilowattstunden pro Tag. Bei der aktuellen Einspeisevergütung verliert ihr also nicht einmal 30 bis 50 Cent am Tag. Aufs Jahr hochgerechnet kostet euch die 60-Prozent-Regel in der Praxis gerade einmal fünf bis maximal zehn Prozent eurer kompletten Einspeiseerträge. Das ist ärgerlich, aber absolut überschaubar.

Warum wir als Installateure diese Lösung empfehlen

Die Alternative zur harten 60-Prozent-Kappung wäre die externe Fernsteuerung (Abregelung) durch den Netzbetreiber. Theoretisch dürfte die Anlage dann voll einspeisen, bis der Netzbetreiber per Funksignal sagt: “Stopp, Netz ist voll!”.

Das Problem an der Geschichte: Die dafür notwendigen Steuerboxen und intelligenten Messsysteme sind schlichtweg noch gar nicht flächendeckend verfügbar! Die Netzbetreiber in unserer Region können dieses System technisch oft noch gar nicht vernünftig abbilden. Wir reden hier von einem Rollout, der vielleicht 2027 so richtig ins Rollen kommt.

Wenn wir euch ein hochmodernes Sigenergy-System installieren, können wir das technisch zwar abbilden, aber es macht das Projekt aktuell nur unnötig kompliziert. Deshalb empfehlen wir ganz klar: Nehmt die 60-Prozent-Regelung. Wir stellen das bei der Inbetriebnahme direkt im Wechselrichter für euch ein. Ihr habt keinen Stress, die Anlage läuft sofort sicher und ihr könnt euch entspannt zurücklehnen.

Wenn auch ihr eine sauber geplante und rechtssichere Anlage für euer Haus oder für große Großprojekte / Ladeinfrastruktur sucht, meldet euch gerne bei unserem Team.

Kevin Döhnel

Über den Autor: Kevin Döhnel

Wirtschaftsingenieur für Elektrotechnik (TU) und Geschäftsführer von TICON Energy. Er ist anerkannter Experte für Photovoltaik, bidirektionales Laden und moderne Zählerschrank-Kaskaden in Berlin & Brandenburg.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was bedeutet die 60-Prozent-Begrenzung bei PV-Anlagen?
Die Regelung schreibt vor, dass maximal 60 Prozent der installierten Modulleistung (kWp) ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden dürfen. Bei einer 10 kWp Anlage sind das maximal 6 kW. Dies ist besonders wichtig beim Thema Photovoltaik Berlin.
Darf ich bei der 60-Prozent-Regelung trotzdem meinen Speicher voll laden?
Ja, absolut! Die Drosselung betrifft ausschließlich den Strom, der ins öffentliche Netz fließt. Euer Eigenverbrauch (Haushalt, Wärmepumpe, Heimspeicher, Elektroauto) wird in keiner Weise limitiert.
Warum nutzt man nicht die Abregelung durch den Netzbetreiber?
Die Technik für diese Fernsteuerung (sogenannte Steuerboxen in Kombination mit intelligenten Messsystemen) ist flächendeckend noch gar nicht verfügbar. Ein flächendeckender Rollout durch die Netzbetreiber ist erst für die kommenden Jahre geplant.

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