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SigenStack 192 kWh: Gewerbespeicher im Hotel

Hotel Burg Obbendorf setzt auf 192 kWh SigenStack Gewerbespeicher & 97,5 kWp PV: Nahtloser Notstrom & Denkmalschutz im Praxis-Test.
⚡ Schnell-Zusammenfassung

Was passiert, wenn bei einer voll besetzten Hochzeitsgesellschaft der Strom ausfällt? Für das GreenSign-zertifizierte Hotel Burg Obbendorf haben wir bei TICON Energy die Antwort geliefert: Ein massiver 192 kWh SigenStack Gewerbespeicher von Sigenergy, kombiniert mit 97,5 kWp Photovoltaik unter strengen Denkmalschutzauflagen. Hier erfahrt ihr alle technischen Details zu Wechselrichtern, unterbrechungsfreiem Notstrom und Lastspitzenkappung im Gewerbe.

⏱️ Lesezeit: ca. 8 Minuten | 📅 Erstellt: 15.09.2026 | 🔄 Aktualisiert: 15.09.2026 | ✍️ Autor: Kevin Döhnel
SigenStack 192 kWh: Gewerbespeicher im Hotel

Wenn der Stromausfall beim Hochzeitsmenü droht: Das Projekt Burg Obbendorf

Moin Leute! Viele von euch kennen uns bei TICON Energy vor allem von modernen Einfamilienhäusern, Zählerschrankkaskaden und cleveren Heimspeichern. Aber wir bauen eben nicht nur im privaten Bereich. Wenn es um das Gewerbe, Hotels oder mittelständische Unternehmen geht, stoßen wir in völlig andere Dimensionen vor.

Genau so ein Projekt durften wir jetzt gemeinsam mit dem Hersteller Sigenergy umsetzen: Das historische Hotel & die Event-Location Burg Obbendorf.

Der Eigentümer Heinrich Müller führt das geschichtsträchtige Anwesen bereits in der dritten Generation. Über die letzten Jahre hat die Familie die alte Burg mit extrem viel Herzblut zu einem exklusiven Hotel und einer gefragten Hochzeitslocation umgebaut. Das Haus ist offiziell GreenSign-zertifiziert – das bedeutet, gelebte Nachhaltigkeit steht hier an allererster Stelle.

Doch Heinrich Müller stand vor einer handfesten, unternehmerischen Herausforderung: In den vergangenen Jahren kam es in der Region immer wieder zu unvorhergesehenen Stromausfällen.

“Der Hauptgrund für die Speicheranlage ist eigentlich der, dass wir ein Backup haben, wenn ein Stromausfall geschieht. Wenn wir eine Hochzeitsgesellschaft im Haus haben und das Essen soll auf den Punkt rausgehen, und wir haben dann mehr als eine Stunde Stromausfall – dann verzögert sich alles und der Unmut bei den Gästen wird extrem groß.”
— Heinrich Müller, Inhaber Hotel Burg Obbendorf

In der gehobenen Gastronomie und Hotellerie bedeutet ein Netzausfall schlichtweg Chaos:

  • Die Küchentechnik steht still: Induktionsherde, Kombidämpfer, Spülstraßen und Lüftungsanlagen fallen schlagartig aus.
  • Kühlketten werden unterbrochen: Verderbliche Lebensmittel und Getränkekühlungen sind unmittelbar gefährdet.
  • Event-Technik und Licht versagen: Mitten im Eröffnungstanz oder beim Abendessen herrscht Dunkelheit.
  • Reputationsschäden und Umsatzeinbußen: Bei Hochzeiten gibt es keine zweite Chance – alles muss auf die Sekunde sitzen.

Für uns war sofort klar: Ein herkömmlicher kleiner Batteriespeicher reicht hier vorne und hinten nicht aus. Wir brauchten echte Gewerbe-Power, massive Notstromkapazität und ein System, das sich harmonisch in ein denkmalgeschütztes Ensemble einfügt.


Die technischen Eckdaten: Geballte Kraft mit dem SigenStack

Um das gesamte Hotelareal inklusive Großküche und Veranstaltungsräumen autark abzusichern, haben wir eine echte High-End-Anlage konzipiert:

  • 97,5 kWp Photovoltaikleistung auf den Dachflächen des Burganwesens.
  • 2 × 110 kW HYB Wechselrichter aus der neuen Sigenergy Gewerbeserie mit integriertem Backup-Ausgang.
  • 12 × 16 kWh SigenStack Batteriemodule, die zusammen auf gewaltige 192 kWh Brutto-Speicherkapazität kommen.
  • Vollständig nahtlose Notstromumschaltung, die bei einem Netzausfall in wenigen Millisekunden einspringt.
  • Intelligentes Lastmanagement mit Lastspitzenkappung (Peak Shaving) und App-Überwachung für den Betreiber.

Was macht den SigenStack im Vergleich zu klassischen Heimspeichern so besonders?

Beim SigenStor sitzt der Wechselrichter üblicherweise direkt als schlanker Kopf oben auf den Batteriemodulen. Das ist genial für private Haushalte und kleinere Gewerbebetriebe bis etwa 30 bis 60 kW.

Wenn wir aber in den industriellen Bereich gehen, arbeitet der SigenStack mit einer modularen Rack- und Schrankstruktur. Hier haben wir eigenständige Großwechselrichter (von 50 kW bis 125 kW Leistung pro Einheit) und koppeln diese mit flexiblen Batterietürmen. Die Akkumodule verfügen über eine enorme Lade- und Entladeleistung und nutzen modernste Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP), die selbst bei Dauerlasten absolut temperaturstabil und eigensicher arbeiten.

Mit 192 kWh Speicherkapazität kann Burg Obbendorf den gesamten Hotel- und Eventbetrieb selbst bei einem großflächigen Blackout über viele Stunden hinweg völlig autark weiterführen.


Denkmalgeschütztes Gemäuer: Wenn der Denkmalschutz mitredet

Eine der größten Hürden bei diesem Vorhaben war nicht etwa die Elektrotechnik, sondern der Denkmalschutz. Das gesamte Ensemble der Burg Obbendorf steht unter strengem Denkmalschutz.

Wer schon einmal versucht hat, eine Solaranlage auf einem Baudenkmal genehmigen zu lassen, weiß, wie penibel die Behörden hinschauen:

  1. Keine Beeinträchtigung des historischen Erscheinungsbildes: Die Module dürfen das optische Bild der historischen Dachlandschaft von den Hauptblickachsen aus nicht zerstören.
  2. Blendwirkung ausschließen: Weder Nachbargrundstücke noch der historische Innenhof dürfen durch Reflektionen beeinträchtigt werden.
  3. Schonung der historischen Bausubstanz: Kabelwege, Steigleitungen und DC-Kabel dürfen nicht einfach quer durch jahrhundertealtes Mauerwerk gebohrt werden.

Wir mussten uns im Vorfeld extrem eng mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde abstimmen. Durch eine passgenaue Modulbelegung mit reflexionsarmen Full-Black-Modulen und eine unsichtbare Leitungsführung konnten wir sämtliche Auflagen erfüllen.

Die Anlage fügt sich heute so dezent in die Dachflächen ein, dass man auf den ersten Blick gar nicht erahnt, welch gewaltiges 97,5-kWp-Kraftwerk dort oben emissionsfreien Strom produziert.


Unterbrechungsfreier Notstrom: Das Herzstück für die Gastronomie

Kommen wir zum spannendsten Punkt: dem Notstrom.

Viele Betreiber glauben, dass jede Solaranlage mit Speicher bei Stromausfall automatisch das Licht anlässt. Das ist ein fataler Irrtum! Standard-Wechselrichter trennen sich bei Netzausfall sofort vom Netz, um Netztechniker zu schützen.

Selbst viele Gewerbespeicher haben lediglich manuelle Umschalter oder benötigen 10 bis 30 Sekunden, bis ein Notstromaggregat anspringt. Für eine Großküche mit empfindlicher Steuerungselektronik oder eine moderne Hotel-IT bedeutet so eine Pause den sofortigen Systemabsturz.

💡 Top-Tipp von Kevin Döhnel
▶️ O-Ton im Video (ab 02:14 Min.)

"Wir realisieren nicht nur den kompletten Leistungsbedarf für den Notstrom des Hotels, sondern eben das Ganze auch völlig nahtlos, sodass man es wirklich auch im Stromausfall-Falle gar nicht merkt."

Bei den beiden 110 kW HYB Wechselrichtern von Sigenergy ist die Umschalteinheit direkt integriert. Wenn das öffentliche Netz wegbricht, übernimmt das System in unter 20 Millisekunden (USV-Niveau) die gesamte Stromversorgung.

Das bedeutet in der Praxis:

  • Kein Flackern der Deckenlampen im Festsaal.
  • Keine Unterbrechung der Küchenöfen oder Kühlaggregate.
  • Keine neu startenden Kassensysteme oder Hotel-WLAN-Router.
  • Die Hochzeitsgesellschaft feiert ungestört weiter, während im Nachbarort vielleicht schon alle Lichter aus sind.

Das Team von TICON Energy


Lastspitzenkappung & Monitoring: Wie ein Gewerbespeicher bares Geld spart

Neben dem reinen Schutz vor einem Blackout erfüllt der 192 kWh SigenStack eine handfeste wirtschaftliche Funktion: Peak Shaving (Lastspitzenkappung).

Für gewerbliche Betriebe mit registrierender Leistungsmessung (RLM) berechnet der Netzbetreiber nicht nur die verbrauchten Kilowattstunden (Arbeitspreis), sondern auch die höchste viertelstündliche Leistungsspitze im gesamten Abrechnungsjahr (Leistungspreis).

Wenn in einem Hotel an einem Samstagabend gleichzeitig:

  • Zehn Hotelzimmer die Duschen aufdrehen und die Durchlauferhitzer anspringen,
  • In der Küche alle Konvektomaten und Herde auf Volllast laufen,
  • Zwei Gäste ihr Elektroauto an der Ladesäule anstecken,

dann schießt die Lastkurve für 15 Minuten steil nach oben. Diese eine einzige Spitze kann das Unternehmen im gesamten Jahr mehrere tausend Euro an zusätzlichen Netzentgelten kosten!

Hier greift das intelligente Batteriemanagement des SigenStack: Sobald der Energiebedarf einen definierten Schwellenwert überschreitet, schießt der Speicher blitzschnell Batteriestrom aus den 192 kWh Puffern ins Hausnetz ein. Der Netzbezug bleibt konstant flach gedeckelt.

Über die Sigenergy Business App hat Heinrich Müller den gesamten Energiefluss, den aktuellen Ladezustand und die Lastkurven sekundengenau im Blick. So lässt sich der erzeugte Solarstrom der 97,5 kWp Anlage tagsüber speichern und exakt dann freigeben, wenn das Hotel die Spitzenlasten benötigt.


SigenStor vs. SigenStack: Wann lohnt sich welches System?

Wir werden von vielen Gewerbetreibenden gefragt: “Kevin, wann nehme ich denn nun den normalen SigenStor und wann brauche ich den SigenStack?”

Die Faustformel aus unserer Installationspraxis sieht so aus:

KriteriumSigenergy SigenStorSigenergy SigenStack
ZielgruppeEigenheime, Praxen, Büros, kleine HandwerksbetriebeHotels, Industrie, Gewerbeparks, Großgastronomie
Wechselrichter-Leistung5 bis 30 kW pro Gerät (kaskadierbar bis 600 kW via Gateway)50 bis 125 kW pro Einheit (für echte Großlasten)
SpeicherkapazitätBis zu ca. 48 kWh pro TurmSkalierbar von 64 kWh bis in den Megawattbereich
AufstellungIndoor & Outdoor (Wand- oder Bodenmontage)Indoor & Outdoor auf Fundament
Bidirektionales Laden (V2H)Voll integrierbar über den Sigen DC-ChargerFokus auf C&I-Großspeicher & Lastmanagement
NotstromÜber Gateway Home Pro oder Gateway C&IIntegriert in HYB-Modellen (bis 4 Geräte ohne Gateway)

Bis etwa 80 bis 100 kWh Speicherbedarf ist ein kaskadiertes SigenStor-System oft die flexibelste und kostengünstigste Variante. Wenn ihr aber wie Burg Obbendorf massive Dauerlasten habt, 200 Kilowatt Wechselrichterleistung benötigt und über 150 kWh Batteriekapazität braucht, ist der SigenStack unschlagbar effizient.


Gewerbe-Photovoltaik im Wandel: Einfacher als je zuvor

Früher bedeutete der Bau einer 100-kW-Gewerbeanlage mit Großspeicher einen enormen Planungsaufwand: Eigene Traforäume, komplizierte externe USV-Schränke, Dutzende Einzelkomponenten verschiedener Hersteller, die über wackelige Modbus-Schnittstellen miteinander sprechen mussten.

Das Projekt Burg Obbendorf beweist eindrucksvoll, dass diese Zeiten vorbei sind.

Weil Wechselrichter, Batteriemanagement, Notstromumschaltung und Monitoring-Software bei Sigenergy aus einem einzigen Guss stammen, können wir solche Großspeichersysteme heute mit der gleichen handwerklichen Präzision und Schnelligkeit errichten wie eine Heimanlage.

Das spart Zeit bei der Montage, minimiert Fehlerquellen und garantiert dem Betreiber ein System, das über Jahrzehnte hinweg zuverlässig und wartungsarm arbeitet.

Wenn ihr für euer Unternehmen, euer Hotel oder euren Gewerbebetrieb in Berlin und Brandenburg über eine Solaranlage mit Gewerbespeicher nachdenkt: Sprecht uns gerne an. Wir von TICON Energy begleiten euch von der ersten Wirtschaftlichkeitsberechnung über den Netzantrag bis hin zur schlüsselfertigen Inbetriebnahme.

Kevin Döhnel

Über den Autor: Kevin Döhnel

Wirtschaftsingenieur für Elektrotechnik (TU) und Geschäftsführer von TICON Energy. Er ist anerkannter Experte für Photovoltaik, bidirektionales Laden und moderne Zählerschrank-Kaskaden in Berlin & Brandenburg.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was kostet ein 192 kWh Gewerbespeicher wie der SigenStack?
Die Gesamtkosten für einen gewerblichen Batteriespeicher dieser Größenordnung hängen stark von den baulichen Gegebenheiten, der Fundamentierung, den Kabelwegen und der Einbindung in die bestehende Niederspannungsverteilung ab. Reine Gewerbespeicher dieser Leistungsklasse bewegen sich im Bereich von etwa 500 bis 700 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität inklusive Wechselrichter und Steuerungstechnik. Durch vermiedene Netzentgelte (Lastspitzenkappung) und extrem gesteigerten Eigenverbrauch amortisiert sich so ein System im gewerblichen Bereich häufig schon nach 5 bis 8 Jahren.
Wie schnell schaltet der SigenStack bei einem Stromausfall auf Notstrom um?
Die Umschaltung erfolgt in unter 20 Millisekunden. Das entspricht echtem USV-Niveau (unterbrechungsfreie Stromversorgung). Weder Küchengeräte noch Rechner, Kassen oder Beleuchtungsanlagen stürzen ab – die Stromversorgung läuft für Gäste und Mitarbeiter völlig unbemerkt weiter.
Darf man Photovoltaik und Gewerbespeicher auf denkmalgeschützten Gebäuden errichten?
Ja, das ist grundsätzlich möglich und wird durch die aktuellen Neuregelungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sogar ausdrücklich gefördert, da erneuerbare Energien im überragenden öffentlichen Interesse liegen. Dennoch muss jeder Einzelfall mit der örtlichen Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden. Entscheidend sind unauffällige Full-Black-Module, Blendgutachten und eine denkmalgerechte, nicht-invasive Leitungsführung.
Was versteht man unter Lastspitzenkappung (Peak Shaving) durch einen Batteriespeicher?
Gewerbekunden zahlen neben den verbrauchten Kilowattstunden auch für die höchste in Anspruch genommene Leistungsspitze (in kW) des Jahres. Schalten mehrere Großverbraucher gleichzeitig ein, schnellt diese Spitze nach oben. Ein Gewerbespeicher wie der SigenStack erkennt diesen plötzlichen Leistungsanstieg und liefert sofort Batteriestrom zu. Dadurch wird die Leistungsspitze aus dem öffentlichen Netz gekappt, was die jährlichen Netzentgelte um tausende Euro senken kann.

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