Eine Wallbox im Einfamilienhaus ist simpel. Aber wie funktioniert Ladeinfrastruktur im Mehrfamilienhaus oder in einer WEG? Zusammen mit Edward Koper klären wir die größten Stolpersteine: von Lastmanagement über MID-Zähler bis zur Abrechnung von Gemeinschaftseigentum.
Ladeinfrastruktur im Mehrfamilienhaus: Die Grundlagen
Moin! Wenn wir hier bei TICON Energy über Wallboxen reden, geht es oft um das typische Einfamilienhaus. Da ziehen wir ein Kabel, setzen die Kiste an die Wand und laden mit PV-Überschuss. Aber was passiert, wenn wir eine Tiefgarage in einem Mehrfamilienhaus haben? Sobald eine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) oder ein Vermieter im Spiel ist, wird es technisch und rechtlich ein bisschen komplexer.
Zusammen mit Edward Koper von “The Charging Project” haben wir uns die größten Herausforderungen bei Wohnungswirtschaft & WEGs mal im Detail angeschaut. Das absolute A und O bei solchen Projekten sind immer zwei Punkte: das Lastmanagement und das Abrechnungssystem.
Herausforderung 1: Das Lastmanagement
In einem Mehrfamilienhaus können wir nicht einfach an zehn Stellplätzen eine Wallbox montieren und alle gleichzeitig mit 11 kW laden lassen. Da fliegt sofort die Hauptsicherung des Gebäudes raus.
Wir brauchen ein intelligentes Lastmanagement. Das System misst permanent, wie viel Strom das Gebäude (die Wohnungen) gerade verbraucht, und teilt die restliche verfügbare Leistung des Hausanschlusses dynamisch auf die ladenden E-Autos auf. So verhindern wir eine Überlastung des Stromanschlusses und sparen uns oft horrende Gebühren für eine extrem teure Netzerweiterung beim Netzbetreiber. Solche smarten Verteilungen bauen wir auch oft im klassischen Gewerbe auf.
Herausforderung 2: Abrechnung und MID-Zähler
Der zweite große Punkt, der viele Eigentümer abschreckt, ist die Abrechnung. Wenn nicht jede Wallbox am privaten Wohnungszähler hängt – was in großen Tiefgaragen baulich oft unmöglich ist – laufen alle Ladepunkte über einen großen Gemeinschaftszähler.
Wie teilt man die Kosten nun auf? Es ist eigentlich viel simpler, als viele denken. Wichtig ist, dass die Wallboxen einen MID-Zähler (europäisches Zertifikat für Messgeräte) verbaut haben. Das ist Pflicht, sobald Strom gegenüber Dritten abgerechnet wird. Die Abrechnung kann dann über ein Portal laufen. Jeder Ladevorgang wird per Ladekarte (RFID) dem jeweiligen Nutzer zugeordnet. Am Ende des Monats bekommt die Hausverwaltung eine saubere Excel- oder PDF-Tabelle und legt die Kosten auf die Mieter oder Eigentümer um. Wer das nicht selbst machen will, kann das auch komplett an spezielle Dienstleister auslagern. Das ist unterm Strich immer noch viel günstiger, als für jeden Stellplatz einen eigenen, teuren Zähler vom Netzbetreiber zu mieten.
Gemeinschaftseigentum vs. Sondereigentum
Wie läuft das mit den Kosten beim Aufbau? Wenn wir Ladeinfrastruktur im Mehrfamilienhaus aufbauen, gibt es eine Grundregel: Alles, was der Versorgung von mehreren Ladestationen dient (Trassen, Hauptleitungen, Lastmanagement-Schrank), gehört zum Gemeinschaftseigentum. Das bezahlt die WEG zusammen.
Das kurze Kabel vom Verteiler zur Wallbox und die Wallbox selbst zählen dann als Sondereigentum. Das bezahlt der jeweilige Mieter oder Eigentümer, der den Ladepunkt auch wirklich nutzt. So bleibt es fair für alle, auch für die, die (noch) gar kein E-Auto fahren.
Unser Tipp für WEGs: Der Masterplan
Wenn ihr in eurer Gemeinschaft das Thema Großprojekte & Ladeinfrastruktur angehen wollt, rennt nicht direkt los. Erstellt erst einen Plan:
- Bestandsaufnahme: Was gibt der Hausanschluss her?
- Ausbaustufe klären: Legen wir direkt Leitungen an jeden Platz oder nur eine Haupttrasse, an die sich später jeder einzeln anklemmen kann?
- Gemeinsamer Beschluss: Alle Eigentümer auf einen Nenner bringen.
- Angebot & Installation: Dann kommen wir von TICON Energy ins Spiel.
Wenn ihr Unterstützung für ein Konzept braucht oder schon konkrete Pläne für eure Tiefgarage in Berlin habt, schickt uns eine Beratungsanfrage! Wir planen die perfekte Lösung für euch durch.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist ein dynamisches Lastmanagement bei Wallboxen?
Braucht jede Wallbox im Mehrfamilienhaus einen MID-Zähler?
Habe ich als Mieter Anspruch auf eine eigene Wallbox?
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