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Zu Besuch bei Astronergy in China: Einblicke in die Modul-Produktion der Zukunft

Kevin Döhnel besucht das Astronergy-Headquarter in China. Im Interview geht es um TopCon-Technologie, Roboter-Fertigung und die Zukunft der Solarmodule.
⚡ Schnell-Zusammenfassung

Wir haben uns auf den Weg nach China gemacht, um das Headquarter von Astronergy – einem der weltgrößten Solarmodul-Hersteller – mit eigenen Augen zu sehen. Im Interview mit Link (Head of Overseas Sales) ging es um hochautomatisierte Roboter-Fabriken, den TOPCon-Standard, Künstliche Intelligenz in der Qualitätskontrolle und warum wir bei Ticon Energy für Privatdächer weiterhin auf kompakte Module setzen.

⏱️ Lesezeit: ca. 4 Minuten | 📅 Datum: 16.11.2025 | ✍️ Autor: Kevin Döhnel

Um die Top-Qualität unserer Komponenten zu garantieren, reichen mir keine Datenblätter. Wir bei Ticon Energy wollen genau wissen, wo unsere Solarmodule herkommen. Deshalb haben wir uns auf den Weg gemacht und das gigantische Headquarter von Astronergy in China besucht.

Vor Ort durfte ich mich ausführlich mit Link austauschen. Er ist Head of Overseas and International Sales bei Astronergy.

Die Einblicke in die hochautomatisierte Produktion waren absolut beeindruckend.

Vorschaubild

Vom Dünnschicht-Pionier zum TOPCon-Giganten

Astronergy ist kein Neuling, sondern seit 2006 auf dem Markt. Das Unternehmen hat jede technologische Entwicklung in der Solarbranche aktiv mitgemacht:

  • Dünnschichtmodule (Thin-Film)
  • PERC-Technologie
  • Heutiger Standard: TOPCon
💡 Top-Tipp von Kevin Döhnel:
"Wir haben unsere Produktionslinien stetig aufgerüstet. Heute sind wir bei TOPCon angelangt und gehören zu den Pionieren dieser Technologie."

Aktuell setzt Astronergy stark auf die Zero-Busbar-Technologie (0BB). Dabei verschwinden die dicken silbernen Linien auf den Modulen.

Das sieht nicht nur homogener aus, sondern steigert auch den Ertrag. Solche technologischen Feinheiten bewerten wir auch bei unserem Vergleich zwischen Longi x10 und Aiko Neostar 3s sehr genau.

[!TIP] Warum TOPCon und nicht Back-Contact (BC)? Viele Kunden fragen uns nach BC-Modulen, weil diese komplett schwarz sind. Link brachte es auf den Punkt: BC ist in der Herstellung aktuell noch wesentlich teurer. Für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und einen schnellen Return on Investment bleibt TOPCon weltweit der Mainstream.

Ein starker Partner: Die Chint Group im Rücken

Was Astronergy extrem stark macht, ist ihr Mutterkonzern: Die Chint Group. Dieser absolute Riese im Bereich der elektrischen Infrastruktur ist seit über 40 Jahren weltweit aktiv.

Für uns als Installateure bedeutet das schlichtweg Sicherheit:

  • Lieferung in über 140 Länder
  • Riesige lokale Teams (z.B. ein Entwicklerteam in Hamburg)
  • Vertrauen großer Energieversorger weltweit

Wir haben hier keinen kleinen Player vor uns. Es ist ein finanziell massiv aufgestellter Weltkonzern. Deshalb verbauen wir Astronergy-Module auch so gerne bei unseren TICON Energy Solaranlagen in Berlin.

Roboter und KI: Ein Blick in die Produktion

Vergessen Sie das Bild von unzähligen Arbeitern an langen Fließbändern. Die Hallen von Astronergy wirken wie aus einem Science-Fiction-Film.

Allein dieses Headquarter produziert über 20 Gigawatt an Zellen und Modulen im Jahr. Alles läuft nahezu vollautomatisch ab:

  • Roboter statt Handarbeit: Autonome Roboter flitzen durch die Gänge und übernehmen den Materialtransport.
  • Fokus auf Ingenieure: Die meisten der 700 Mitarbeiter vor Ort sind Ingenieure und Techniker für die Anlagen-Instandhaltung.
  • KI bei der Kontrolle: Künstliche Intelligenz spürt bei der Qualitätskontrolle winzigste Mikrorisse präziser auf als jedes menschliche Auge.

Ähnlich faszinierend wie diese Produktionstechnik war übrigens auch unser Besuch im Sigenergy Mega-Werk, wo Batterie- und Wechselrichter-Innovationen entstehen.

Modulgrößen: Warum wir bei 2 Quadratmetern bleiben

In Deutschland durften Solarmodule auf Hausdächern lange Zeit nicht größer als zwei Quadratmeter sein. Inzwischen erlauben einige Bundesländer bis zu drei Quadratmeter.

Link bestätigte, dass Astronergy solche XXL-Module problemlos liefern könnte. Wir bei Ticon Energy haben dazu aber eine glasklare Meinung:

Ein 3-Quadratmeter-Modul auf ein steiles Einfamilienhaus zu wuchten, ist der absolute Horror für unsere Monteure.

  • Die Module sind massiv und unhandlich.
  • Bei Wind sind sie extrem gefährlich.
  • Das Risiko für unbemerkte Mikrorisse steigt enorm.

Deshalb bleiben wir bei unserer Linie: Auf privaten Dächern verbauen wir weiterhin handliche, hocheffiziente Module unter zwei Quadratmetern.

Um dann das absolute Maximum aus diesen Modulen herauszuholen, kombinieren wir sie oft mit cleverer Wechselrichter-Technik. Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag zu Verschattung, Optimierern und Mikrowechselrichtern.

Damit gewährleisten wir eine sichere Montage und eine Anlage, die Jahrzehnte lang fehlerfrei läuft. Link stimmte mir da voll und ganz zu.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer steckt hinter Astronergy?

Astronergy ist einer der weltweit größten Hersteller von Solarmodulen und gehört zur Chint Group, einem globalen Giganten für elektrische Infrastruktur. Das gibt dem Unternehmen eine enorme finanzielle Stabilität und weltweite Lieferketten in über 140 Ländern.

Warum setzt Astronergy weiterhin auf TOPCon und nicht nur auf Back-Contact (BC)?

Obwohl BC-Module toll aussehen, sind sie in der Herstellung aktuell noch spürbar teurer. TOPCon bietet derzeit weltweit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und den schnellsten Return on Investment für den Anlagenbetreiber.

Warum verbaut TICON Energy keine 3-Quadratmeter-Module auf Hausdächern?

Diese riesigen Module sind extrem schwer und unhandlich. Die Montage auf steilen Dächern ist gefährlich und erhöht das Risiko für Mikrorisse im Modul beim Transport. Deshalb setzen wir auf private Dächer weiterhin auf kompakte Module unter zwei Quadratmetern.

Wie sichert Astronergy die Qualität der Module?

Die Fabriken sind hochautomatisiert. Autonome Roboter übernehmen den Transport, und die fertigen Module werden mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) auf winzigste, für das menschliche Auge unsichtbare Mängel überprüft.


Sehen Sie sich unser komplettes, englischsprachiges Interview aus dem Astronergy-Werk in China direkt hier an:

Kevin Döhnel

Über den Autor: Kevin Döhnel

Diplom-Elektroingenieur (FH) und Geschäftsführer von TICON Energy. Er ist anerkannter Experte für Photovoltaik, bidirektionales Laden und moderne Zählerschrank-Kaskaden in Berlin & Brandenburg.

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