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Schatten auf der Solaranlage: Optimierer vs. Mikrowechselrichter

Verschattung durch Bäume oder Schornsteine? TICON Energy erklärt den Unterschied zwischen Tigo Optimierern und Sigenergy Mikrowechselrichtern.
⚡ Schnell-Zusammenfassung

Was tun, wenn ein großer Baum, das Nachbarhaus oder der Schornstein Schatten auf die Solaranlage werfen? Kevin Döhnel erklärt, warum Sie Bäume im Garten nicht fällen müssen, wie Tigo-Optimierer verschattete Module umgehen und wann der Einsatz von Sigenergy Mikrowechselrichtern auf Gauben oder Garagendächern die bessere Lösung ist.

⏱️ Lesezeit: ca. 5 Minuten | 📅 Datum: 25.01.2026 | ✍️ Autor: Kevin Döhnel

Bei fast jedem Photovoltaik-Projekt auf privaten Hausdächern gibt es Bereiche, die zeitweise im Schatten liegen. Ob es die 100-jährige Eiche im Garten ist, die Gaube des Nachbarn oder der eigene Schornstein – Verschattung ist ein großes Thema.

Früher galt die Regel: Liegt ein Modul im Schatten, bricht die Leistung des gesamten Modulstrangs (Strings) ein. Heute gibt es intelligente technische Lösungen, mit denen wir dieses Problem umgehen können.

Erfahren Sie hier, wie Sie Verschattungen mit Optimierern und Mikrowechselrichtern optimal in den Griff bekommen.


1. Option: Modulintegrierte Bypass-Dioden

Moderne Premium-Solarmodule (wie die von uns verbauten AIKO Neostar Module) verfügen über eine integrierte Teilverschattungsoptimierung.

Ist beispielsweise nur die untere Hälfte eines Moduls verschattet (z. B. durch herabfallendes Laub oder einen wandernden Schatten), überbrücken integrierte Bypass-Dioden diesen Teilbereich. Das Modul liefert weiterhin reduzierte Leistung, ohne dass der restliche String davon beeinträchtigt wird. Erst wenn ein Modul vollständig im Schatten liegt, reicht diese interne Technik nicht mehr aus.


2. Option: Solar-Optimierer (z. B. Tigo)

Liegt ein Modul für mehrere Stunden voll im Schatten, blockiert es den Stromfluss des gesamten Reihenstrangs. Hier kommen Optimierer ins Spiel (wir setzen auf den Marktführer Tigo):

  • Funktionsweise: Der Optimierer wird direkt unter dem betroffenen Modul montiert. Liegt das Modul im Schatten, überbrückt der Optimierer dieses Modul elektronisch. Der restliche String läuft mit voller Leistung weiter.
  • Teiloptimierung: Ein großer Vorteil von Tigo-Optimierern ist, dass man sie nicht unter jedem Modul installieren muss. Es reicht völlig aus, nur die 3 oder 4 Module zu optimieren, die tatsächlich von Schatten betroffen sind. Das spart erhebliche Materialkosten.
  • Monitoring: Gekoppelt mit dem Wechselrichter (z. B. von Sigenergy) können Sie im Online-Portal genau auswerten, welches Modul wie viel Leistung erzeugt und wie hoch die Verluste durch Schatten waren.

3. Option: Mikrowechselrichter (z. B. Sigenergy)

Mikrowechselrichter wandeln den Gleichstrom (DC) des Solarmoduls direkt auf dem Dach in nutzbaren Wechselstrom (AC) um.

  • Maximale Flexibilität: Bei Mikrowechselrichtern arbeitet jedes Modul als völlig eigenständiges Kraftwerk. Die Stringspannung spielt keine Rolle mehr.
  • Spezialfall Kleinstflächen: Für einen klassischen String am Zentralwechselrichter müssen mindestens 5 bis 6 Module in Reihe geschaltet werden. Möchten Sie jedoch das Dach eines kleinen Gartenhauses, eine kleine Gaube oder die Garage mit nur 1 oder 2 Modulen belegen, ist ein String-Wechselrichter ungeeignet. Hier sind Mikrowechselrichter die ideale Lösung.
  • Sigenergy Vorteil: Der Mikrowechselrichter von Sigenergy kann im Gegensatz zu älteren Modellen (wie von Enphase) zwei moderne 450W+ Module gleichzeitig verarbeiten und ist voll in die zentrale App integriert.
  • Nachteil: Durch die Wandlung auf dem Dach (DC zu AC) und das spätere Zurückwandeln (AC zu DC) im Keller für die Batterie entstehen höhere Wandlungsverluste. Zudem sind Mikrowechselrichter in der Anschaffung teurer als Optimierer.

Fazit: Was ist die beste Lösung für Ihr Dach?

Für die meisten Standarddächer mit wandernden Schatten durch Bäume oder Schornsteine ist die Kombination aus String-Wechselrichter und Tigo-Optimierern die effizienteste und kostengünstigste Wahl.

Möchten Sie jedoch sehr komplexe Dachstrukturen mit vielen verschiedenen Ausrichtungen (z. B. Gauben) oder separate Kleinstflächen wie Garagendächer belegen, bieten Sigenergy Mikrowechselrichter die perfekte, modular erweiterbare Ergänzung für Ihr System.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Muss ich Optimierer unter jedem Solarmodul auf dem Dach anbringen?
Nein, bei dem von uns verwendeten Tigo-System ist das nicht notwendig. Sie können eine sogenannte Teiloptimierung durchführen. Das bedeutet, dass wir nur unter den Modulen Optimierer installieren, die tatsächlich im Tagesverlauf von Schatten betroffen sind. Alle Module, die dauerhaft in der Sonne liegen, benötigen keinen Optimierer.
Kann ich Mikrowechselrichter und eine String-Anlage kombinieren?
Ja, absolut. Im Sigenergy-System lassen sich String-Wechselrichter und Mikrowechselrichter problemlos zusammenschalten. Sie können beispielsweise die große Hauptdachfläche über einen klassischen String laufen lassen und ein kleines Garagendach mit 2 Modulen über einen Mikrowechselrichter ergänzen. In der App wird alles als ein Gesamtsystem dargestellt.
Verursachen Optimierer zusätzlichen Standby-Stromverbrauch?
Der Eigenverbrauch moderner Optimierer im Betrieb ist verschwindend gering (im Milliwatt-Bereich) und fällt im Vergleich zum Leistungsgewinn durch das Überbrücken verschatteter Module nicht ins Gewicht. Nachts schalten sich die Optimierer zusammen mit den Modulen komplett ab.

Sehen Sie sich das vollständige Video zu diesem Thema hier an: